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Zuletzt aktualisiert: 15. April 2021

Schmerzen und ein Brennen beim Wasser lassen, häufiger Harndrang oder auch Schmerzen im Unterleib können sehr unangenehm sein. Dies können unter anderem Symptome einer Blasenentzündung sein, die vor allem vielen Frauen bekannt ist.

In diesem Artikel erklären wir dir, wie es zu einer Blasenentzündung kommen kann und ob eine Blasenentzündung ansteckend ist. Außerdem werden wir verschiedene Möglichkeiten zeigen, die gegen eine Blasenentzündung helfen können.




Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Blasenentzündung wird in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst. Diese gelangen unter anderem aus dem eigenen Darm in die Harnwege und sorgen dort für eine Infektion der Blase.
  • Die Blasenentzündung ist vor allem auf dem indirekten Wege für andere Personen ansteckend. Die Bakterien lauern an unterschiedlichen Stellen, zum Beispiel auf öffentlichen Toiletten oder an Türklingen und Griffen in Bussen.
  • Man kann mit unterschiedlichen Maßnahmen einer Blasenentzündung vorbeugen. Eine hohe Wasserzufuhr oder die richtige Intimhygiene sind Maßnahmen, die präventiv vor einer Infektion schützen.

Ansteckung mit Blasenentzündung: Was du wissen solltest

Um sich vor einer Blasenentzündung zu schützen, sollte man verschiedene Dinge beachten. Unter anderem können ein regelmäßiger Toilettengang und die richtige Intimhygiene wichtige Faktoren sein, um einer Entzündung vorzubeugen.

Wenn es dann doch zu einer Blasenentzündung gekommen ist, gilt es, diese richtig zu behandeln. Ansonsten kann es zu einer chronischen Erkrankung werden, die immer wieder zurückkehrt.

Was ist eine Blasenentzündung?

Bei einer Blasenentzündung (auch Zystitis genannt) handelt es sich um eine Infektion der Harnwege. Dabei kommen die Keime in der Regel von außen über die Harnröhre in die Blase und sorgen für eine Entzündung der Blasenwand. In den meisten Fällen sind Bakterien für die Infektion verantwortlich, vor allem das Bakterium Escherichia coli (auch E.coli genannt). In seltenen Fällen kann die Entzündung auch durch Viren, Parasiten oder Pilze entstehen (1).

Es wird zwischen zwei Varianten unterschieden:

  • Die unkomplizierte Zystitis: Blasenentzündung bei einem Patienten ohne Risikofaktoren für eine solche Erkrankung
  • Die komplizierte Zystitis: Blasenentzündung bei einem Patienten mit Risikofaktoren, die die Erkrankung begünstigen. Darunter fallen zum Beispiel eine Abwehrschwäche des Immunsystems, Harnstau, Rückfluss von Urin aus der Blase in die Harnleiter oder Blasenfunktionsstörungen.

Wie kann es zu einer Blasenentzündung kommen?

Wie bereits beschrieben sind in den meisten Fällen Bakterien, vor allem das E.Coli-Bakterium, für eine Blasenentzündung verantwortlich. Dieses Bakterium ist Teil der natürlichen Darmflora des Menschen. Daher ist es wichtig, dass es nach dem Stuhlgang zu der richtigen Säuberung kommt. Ansonsten kann das E.Coli-Bakterium über den After in die Harnröhre und damit in die Blase gelangen (2).

Wenn solche Keime es in die Blase geschafft haben und sich an die Blasenwand heften, kann es schließlich zu einer Blasenentzündung kommen. Dieser Prozess kann von folgenden Faktoren weiter begünstigt werden (3):

  • Hormonveränderungen durch Schwangerschaft oder Menopause
  • zu geringe, tägliche Wasserzufuhr
  • geschwächtes Immunsystem
  • Unterkühlung (z.B. auf kaltem Untergrund sitzen)
  • häufiger Geschlechtsverkehr

Wie lange ist die Inkubationszeit bei einer Blasenentzündung?

Unter der Inkubationszeit versteht man die Zeit, die zwischen der Infektion mit dem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome, vergeht. Diese lässt sich bei einer Blasenentzündung nicht genau bestimmten.

Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass sich nach 1 bis 3 Tagen die ersten Beschwerden zeigen. Die Zeit wird je nach Person unterschiedlich sein und kann abhängig von Geschlecht und Stärke des Immunsystems sein.

Kann man andere mit einer Blasenentzündung anstecken?

Da eine Blasenentzündung in den meisten Fällen von Bakterien ausgelöst wird, ist sie prinzipiell ansteckend. Dabei muss man jedoch unterscheiden zwischen einer direkten und einer indirekten Übertragung.

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Beim Kontakt zwischen Menschen können Bakterien übertragen werden. (Bildquelle: Takmeomeo / Pixabay)

Die direkte Ansteckung, also von Harnweg zu Harnweg, ist eher unwahrscheinlich, aber kann vor allem beim Geschlechtsverkehr passieren. Dabei können neben den Bakterien auch andere Erreger, wie z.B. Pilze, Chlamydien oder Viren, eine Rolle spielen.

Eine indirekte Übertragung findet am häufigsten statt.

Die indirekte Ansteckung ist in den meisten Fällen für eine Blasenentzündung verantwortlich. Damit sind alle Fälle gemeint, in denen wir mit den Bakterien, die in der Regel für die Infektion verantwortlich sind, in den Kontakt kommen.

Das kann zum Beispiel bei mangelnder Hygiene beim Toilettengang (eigene Darmkeime), beim Besuchen von öffentlichen Toiletten (fremde Darmkeime) oder generell mangelnder Hygiene der Fall sein. In der Öffentlichkeit lauern an vielen Stellen, zum Beispiel Türklingen, Griffe oder Displays, die Bakterien, die eine solche Infektion verursachen können.

Auf welche Weise können sich andere anstecken?

Damit es zu einer Blasenentzündung kommt, müssen die Bakterien, die Viren oder andere Erreger in die Harnwege gelangen. Dies kann auf verschiedenen Wegen passieren. Grundsätzlich kann man für die Wege einer Ansteckung folgende Kategorien bilden:

  • Geschlechtsverkehr
  • Nutzung einer öffentlichen Toiletten
  • Falsche Säuberung nach Stuhlgang
  • Schmierinfektionen über die Hände

Gibt es Unterschiede bei Männer und Frauen?

Blasenentzündungen treten in den meisten Fällen bei Frauen auf, Männer leiden in den wenigsten Fällen darunter. Dies hat vor allem zwei Gründe. Zum einen ist die Harnröhre mit ca. 4 cm bei Frauen deutlich kürzer als bei Männern (ca. 20 cm). Zum anderen liegt der Ausgang der Harnröhre deutlich näher am After.

Die Anatomie der Frauen sorgt für eine höhere Gefahr der Ansteckung.

Dadurch wird begünstigt, dass die Bakterien schneller und leichter in die Blase gelangen können und dort für eine Infektion sorgen. Beim Mann steht eine Blasenentzündung oft in einem Zusammenhang zu einer Entzündung der Prostata (1). Daher sollte man es in diesem Fall unbedingt von einem Arzt kontrollieren lassen.

Außerdem gibt es noch verschiedene Risikogruppen, die oft von einer Blasenentzündung betroffen sind. Darunter fallen Frauen zwischen 20 und 40 Jahren, Schwangere, Frauen in der Zeit vor und nach der Menopause, Diabetiker, ältere Männer und Menschen mit einem dauerhaften Katheter (4).

Wie kann man einer Blasenentzündung vorbeugen?

Um sich vor einer Blasenentzündung zu schützen, sollte man verschiedene Maßnahmen berücksichtigen. Sie sind für jedermann leicht umzusetzen und können viel bewirken. Folgende Tabelle zeigt die einzelnen Maßnahmen und deren Effekte (5):

Maßnahme Wirkung
Viel trinken Wenn man täglich ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, können die Bakterien regelmäßig ausgespült werden.
Intimbereich nur mit warmen Wasser reinigen Die natürliche Flora des Intimbereichs wird nicht durch eine Duschlotion gestört.
Blase nach Geschlechtsverkehr entleeren Die Harnwege werden durch das Ausspülen automatisch gereinigt.
Nach dem Stuhlgang von vorne nach hinten wischen Es wird verhindert, dass die Bakterien aus dem Darm zur Harnröhre gelangen.
Nasse Kleidung unmittelbar wechseln Es schützt vor einer Unterkühlung.

Was hilft gegen eine Blasenentzündung?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um eine Blasenentzündung zu behandeln. Vor allem bei der unkomplizierten Zystitis können einfache Hausmittel schon zur Linderung der Beschwerden beitragen. Es muss nicht direkt zu Medikamenten gegriffen werden (6). Folgende Maßnahmen unterstützen dich bei der Genesung:

  • Hohe Wasserzufuhr: Du solltest zwei bis drei Liter pro Tag trinken, damit die Blase oft entleert wird und die Keime ausgespült werden. Dabei können auch Blasen- oder Nierentees genutzt werden.
  • Wasserkur: Sie kann als Sofortmaßnahmen bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung genutzt werden. Dazu wird Natron in Wasser aufgelöst, wovon man in wenigen Stunden drei bis vier Liter trinkt. Da das Natron basisch ist, verändert es den Säuregehalt des Urins und hindert verschiedene Bakterien bei der Vermehrung.
  • Wärmen des Blasenbereichs: Eine Wärmflasche, feuchtwarme Umschläge oder ein warmes Sitzbad können die Schmerzen lindern.
  • Pflanzliche Mittel gegen Entzündung: Vor allem Präparate aus Kapuzinerkresse und Meerettich haben sich als effektiv gezeigt.
  • Gesundes Essen: Man sollte entzündungshemmende Nahrungsmittel, viel Obst und Gemüse zu sich nehmen und entzündungsfördernde Nahrung, zum Beispiel Fleisch, meiden.
  • Regelmäßige Bewegung: Dadurch wird der ganze Organismus und das Immunsystem gestärkt.

Bei einer schwereren Entzündung oder anhaltenden Probleme sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit die Infektion mit Medikamenten behandelt werden kann. Bei einer bakteriellen Blasenentzündung, die in den meisten Fällen vorhanden ist, bietet sich die Einnahme von Antibiotika an (7).

Wenn man unter einer wiederkehrenden Blasenentzündung leidet und mehrmals im Jahr Beschwerden auftreten, kann man sich außerdem Impfen lassen. Diese Impfung enthält abgetötete Bakterien und sorgt dafür, dass der Körper Abwehrstoffe bildet, die neue Bakterien abtöten können.

Wie lange dauert es bis eine Blasenentzündung weg ist?

Die Dauer einer Blasenentzündung ist nicht bei jeder Person gleich lang. Jeder Körper reagiert anders auf eine Infektion der Harnwege. Außerdem hängt es davon ab, ob es sich um eine komplizierte oder eine unkomplizierten Zystitis handelt.

Bei einer Person, die keiner Risikogruppe angehört, wird bei einem milden Verlauf spätestens nach einer Woche die Blasenentzündung verschwunden sein. Durch die Nutzung von Medikamenten oder Hausmitteln kann die Zeit verkürzt oder die Beschwerden gemildert werden. Es sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass die Entzündung ganz ausgeheilt ist.

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Der Heilungsverlauf ist bei jedem Menschen individuell. (Bildquelle: 李磊瑜伽 / Pixabay)

Bei schwereren Verläufen kann die Erkrankung komplizierter verlaufen und der Heilungsprozess länger sein. Die Erreger könnten zum Beispiel weiter zur Niere wandern und dort für eine Nierenschmerzen sorgen. In diesen Fällen sollte auf jeden Fall ein Arzt zur weiteren Behandlung zur Rate gezogen werden (8).

Fazit

Wie du in diesem Artikel gesehen hast, muss man einige Dinge beachten, um sich nicht mit einer Blasenentzündung anzustecken. Vor allem der indirekte Kontakt mit den Bakterien sorgt dafür, dass sie ihren Weg in die Blase finden und sich dort festsetzen können.

Daher sollte auf eine gute Körperhygiene geachtet werden. Zum einen schützt das regelmäßige Händewaschen und zum anderen eine angemessene Pflege des Intimbereichs.

Um eine Übertragung auf dem direkten Wege zu vermeiden, sollte auf den Liebesakt verzichtet werden, solange dein Partner unter einer Blasenentzündung leidet. Außerdem können dir die Maßnahmen zur Vorbeugung helfen, dich präventiv vor einer Entzündung der Blase zu schützen.

Bildquelle: 43182526/ 123f

Einzelnachweise (8)

1. apotheken-umschau.de: Blasenentzündung erkennen und richtig behandeln, Prof. Dr. med. Rainer Hofmann, 29.03.2021
Quelle

2. Pietrucha-Dilanchian P, Hooton TM. Diagnosis, Treatment, and Prevention of Urinary Tract Infection. Microbiol Spectr. 2016 Dec;4(6). doi: 10.1128/microbiolspec.UTI-0021-2015. PMID: 28087935.
Quelle

3. ndr.de: Blasenentzündung: Therapie ohne Antibiotika, Die Ernährungs-Docs, 29.03.2021
Quelle

4. Thomas AA, Lane BR, Thomas AZ, Remer EM, Campbell SC, Shoskes DA. Emphysematous cystitis: a review of 135 cases. BJU Int. 2007 Jul;100(1):17-20. doi: 10.1111/j.1464-410X.2007.06930.x. Epub 2007 May 17. PMID: 17506870.
Quelle

5. tk.de: Blasen­ent­zün­dung - ein Thema für die Frau, Jantje Bohlmann, 29.03.2021
Quelle

6. Colgan R, Williams M. Diagnosis and treatment of acute uncomplicated cystitis. Am Fam Physician. 2011 Oct 1;84(7):771-6. PMID: 22010614.
Quelle

7. Kolman KB. Cystitis and Pyelonephritis: Diagnosis, Treatment, and Prevention. Prim Care. 2019 Jun;46(2):191-202. doi: 10.1016/j.pop.2019.01.001. PMID: 31030820.
Quelle

8. blase-gesundheit.de: Wie lange dauert eine Blasenentzündung normalerweise? Dr. med. Sonia Trowe, 29.03.2021
Quelle

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Blasenentzündung erkennen und richtig behandeln
apotheken-umschau.de: Blasenentzündung erkennen und richtig behandeln, Prof. Dr. med. Rainer Hofmann, 29.03.2021
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Pietrucha-Dilanchian P, Hooton TM. Diagnosis, Treatment, and Prevention of Urinary Tract Infection. Microbiol Spectr. 2016 Dec;4(6). doi: 10.1128/microbiolspec.UTI-0021-2015. PMID: 28087935.
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Blasenentzündung: Therapie ohne Antibiotika
ndr.de: Blasenentzündung: Therapie ohne Antibiotika, Die Ernährungs-Docs, 29.03.2021
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Thomas AA, Lane BR, Thomas AZ, Remer EM, Campbell SC, Shoskes DA. Emphysematous cystitis: a review of 135 cases. BJU Int. 2007 Jul;100(1):17-20. doi: 10.1111/j.1464-410X.2007.06930.x. Epub 2007 May 17. PMID: 17506870.
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Blasen­ent­zün­dung - ein Thema für die Frau
tk.de: Blasen­ent­zün­dung - ein Thema für die Frau, Jantje Bohlmann, 29.03.2021
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Wissenschaftlicher Review
Colgan R, Williams M. Diagnosis and treatment of acute uncomplicated cystitis. Am Fam Physician. 2011 Oct 1;84(7):771-6. PMID: 22010614.
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Wissenschaftlicher Review
Kolman KB. Cystitis and Pyelonephritis: Diagnosis, Treatment, and Prevention. Prim Care. 2019 Jun;46(2):191-202. doi: 10.1016/j.pop.2019.01.001. PMID: 31030820.
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