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Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2020

Halsschmerzen bedingen weltweit eine unangenehme Beeinträchtigung im Alltag. Sie äußern sich oft durch Kratzen im Hals, Heiserkeit und Husten. Meist werden sie durch unbedenkliche Erkältungsviren hervorgerufen, die Entzündungen auslösen und die Schleimhäute reizen.

Häufig können Halsschmerzen durch verbreitete Hausmittel bekämpft werden, seltener sind Medikamente notwendig. Dennoch sollte man sie ernst nehmen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Auch ein Arztbesuch kann erforderlich sein, sollten die gesundheitlichen Einschränkungen ohne Linderung anhalten oder zunehmen.

Mit diesem Artikel möchten wir dir dabei helfen, die Quelle deiner Halsschmerzen oder der eines Angehörigen zu erkennen und wichtige Hinweise für einen zügigen Heilungsprozess mitgeben. Zudem erhältst du von uns wertvolle Anregungen zur Behandlung durch altbewährte Hausmittel, Informationen über mögliche Medikamente und Methoden zur Vorbeugung.




Das Wichtigste in Kürze

  • Infektbedingte Halsschmerzen sind eine der häufigsten Ursachen für Arztbesuche. Sie sind unter Erwachsenen wie Kindern verbreitet und können mehrfach im Jahr auftreten.
  • Neben Halsleiden durch Erreger, wie Viren und Bakterien, können weitere Auslöser verantwortlich sein. Hierunter fallen beispielsweise eine starke Beanspruchung der Stimme, Reizstoffe, Sodbrennen und Allergien.
  • Zur Prävention und Behandlung von Schmerzen im Hals gibt es zahlreiche Hausmittel, die leicht durchführbar sind. In kritischen Fällen kommen Medikamente zum Einsatz.

Definition: Was sind Halsschmerzen?

Halsschmerzen zeichnen sich durch stechende, kratzende oder auch brennende Schmerzen im Rachen und Kehlkopfbereich aus, die bis zu den Ohren ausstrahlen können. Betroffene können zudem über ein Trockenheitsgefühl, Schluckbeschwerden oder ein Kloßgefühl im Hals klagen.

Für Außenstehende werden Halsschmerzen meist durch eine heisere Stimme, Husten oder Trink- und Essverweigerung offensichtlich.

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Erkennst du Halsschmerzen bei dir oder bei anderen, dann empfehlen sich zunächst einfache Hausmittel wie Honig und Kräutertees für die Behandlung. (Bildquelle: Gaelle Marcel / unsplash)

Die häufigste Ursache für Halsschmerzen sind Atemwegsinfekte und Halsentzündungen, sodass sie in den meisten Fällen harmlos sind. Oft helfen dann bereits preisgünstig und schnell realisierbare Hausmittel bei der Heilung akuter Halsbeschwerden.

Hintergründe: Was du über Halsschmerzen und ihre Behandlung wissen solltest

Halsschmerzen, die infektions- oder erkältungsbedingt sind, zählen zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. Dabei klingen sie meist bereits nach wenigen Tagen ab.

Um eine sinnvolle Vorgehensweise für dich zu finden, gehen wir im folgenden Abschnitt auf verbreitete und ferner denkbare Ursachen für Halsbeschwerden ein. Gleichzeitig geben wir dir eine Zusammenfassung üblicher Behandlungskriterien und medizinischer Vorgehensweisen.

Welche Ursache können Halsschmerzen haben?

Die Ursachen für Halsschmerzen sind weitläufig. Doch durch individuelle Begleiterscheinungen und ein paar zusätzlichen Informationen, können oft Rückschlüsse gezogen und eine erste Diagnose gemacht werden. Nachfolgend führen wir die häufigsten Auslöser für Halsschmerzen auf.

Infekte mit Halsentzündung

Die häufigste Ursache von Halsschmerzen sind Erkältungsviren, insbesondere in den kalten und wechselhaften Jahreszeiten.(1) Erwachsene und Kinder können von diesen Viren mehrfach im Jahr betroffen sein, wobei Kinder im Regelfall anfälliger für sie sind.

Die Auslöser von Halsschmerzen sind oft harmlos, meist infektbedingt.

Seltener, dennoch häufig, sind Infektionen mit Bakterien Quelle der Halsschmerzen. Ob infolge von Viren oder Bakterien, die Infektionen fördert eine Entzündung der Schleimhaut im Hals. Mögliche Begleiterscheinungen der Infekte sind Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen, Fieber oder Husten.

Anhand der folgenden Erkrankungen, möchten wir dir zeigen, welche Symptome für eine infektbedingte Entzündung sprechen und um welche Form es sich handeln könnte.

  1. Rachenentzündung: Die Rachenentzündung lässt sich überwiegend auf Erkältungsviren zurückführen, seltener auf andere Viren, Bakterien oder Reizstoffe aus der Umwelt. Ihre Symptome können Halskratzen oder -schmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen, Fieber und Husten sein.
  2. Mandelentzündung: Hierfür sind vor allem Bakterien Auslöser, weniger häufig Viren. Mögliche Symptome sind starke Halsschmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen können. Weiter sind Schluckbeschwerden, Mundgeruch und Belag auf den Mandeln sowie Schmerzen beim Abtasten der Lymphknoten am Hals wahrscheinlich.
  3. Kehlkopfentzündung: Eine leichte Schleimhautentzündung kann sich ausbreiten und somit Kehlkopf und Stimmbänder anschwellen lassen, sodass eine Kehlkopfentzündung auftritt. Auch hier können Viren wie Bakterien die Ursache sein. Die Symptome äußern sich oft durch Heiserkeit, Versagen der Stimme, Husten, Halsschmerzen sowie zusätzliche Erkältungssymptome.

Unabhängig von der Form der Entzündung, sind Halskratzen und -schmerzen oft die Vorboten des bevorstehenden Krankheitsverlaufs. Meist halten sie bis zu drei Tage an, in schwereren Fällen auch länger.

Fremdkörper

Bei der Nahrungsaufnahme, doch auch versehentlich, können Fremdkörper in den Mund- und Rachenbereich geraten, die zu unangenehmen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden führen.

Sollte der Fremdkörper feststecken, raten wir dir einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann sich den Fremdkörper ansehen und gegebenenfalls entfernen.

Luft- und Reizstoffe

Zu möglichen Luft- und Reizstoffen aus der Umwelt zählen Staub, Tabakrauch, Chemikalien wie Lösungsmittel, aber auch trockene Luft, wie in beheizten und klimatisierten Räumen.

Jeder der genannten Aspekte kann deine Atemwege reizen und stark beanspruchen. Auf diese Weise begünstigen sie ein unangenehmes Kratzen und Schmerzen im Hals.

Überbeanspruchung der Stimme

Als Fußballfan, Konzertgänger oder Wahlkämpfer kommt schnell eine Überbeanspruchung der Stimme als denkbarer Auslöser für Halsschmerzen in Frage. Denn lautes und anhaltendes Singen oder Sprechen kann die Stimmlippen anschwellen lassen.

Deutlicher Hinweis hierfür sind Heiserkeit und Wegbleiben der Stimme, jedoch ohne weitere Symptome, die beispielsweise für einen Infekt sprechen könnten.

Allergien

Wer von Heuschnupfen betroffen ist, der kann neben Augenbrennen und Fließschnupfen, auch an Reizungen der Atemwege leiden. Diese äußern sich durch Halsschmerzen, teilweise begleitet durch Jucken.

Weitere allergiebedingte Reizungen im Mund- und Rachenbereich können von Schimmelpilzen, Hausstaub oder Nahrungsmitteln verursacht werden.

Sodbrennen

Sodbrennen, auch Rückflusskrankheit genannt, zählt ebenfalls zu einem häufigen, doch weniger bekannten Auslöser von Halsschmerzen.

Durch sauren Mageninhalt, der über den Verdauungstrakt in die Speiseröhre fließt, können Reizungen entstehen. Im Zuge dessen führen die Beschwerden in manchen Fällen zu Entzündungen, die sich in Halsschmerzen ausdrücken.

Häufige Symptome für diese Ursache sind neben Sodbrennen, Luftaufstoßen, Reizhusten, Heiserkeit, Kloßgefühl im Hals sowie Schluckbeschwerden.

Wie können Halsschmerzen behandelt werden?

Je nach Auslöser deiner Halsschmerzen variieren die Behandlungsmethoden von Halsschmerzen. Mit der folgenden Tabelle möchten wir dir einen schnelles Verständnis davon geben, wie deine Vorgehensweise und Dauer der Maßnahmen aussehen könnte.

Ursache Behandlung
Virale Infektion Hier können bereits diverse Hausmittel zur Genesung beitragen, in ernsteren Fällen ist auch der Einsatz von Medikamenten, wie Schmerzmitteln, denkbar. Insbesondere Schlaf und viel Flüssigkeitszufuhr sind wichtig. Auf diese Weise klingen die Halsschmerzen oft nach zwei bis vier Tagen ab, manchmal später.
Bakterielle Infektion Die Behandlung bakterieller Infektionen ähnelt der einer virusbedingten. Hier sind Hausmittel und vereinzelt Medikamente sinnvoll, darunter bei schwerem Krankheitsverlauf auch Antibiotika. Die Dauer der Halsbeschwerden kann zwischen zwei bis vier Tagen differieren, gelegentlich auch darüber hinaus.
Fremdkörper Im Falle von Halsschmerzen durch einen festsitzenden Fremdkörper, wie einer Fischgräte, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann den Fremdkörper gegebenenfalls entfernen.
Luft- und Reizstoffe Hier hilft in erster Linie frische Luft. Diese kann durch das Öffnen eines Fensters erzielt werden oder mit der Vermeidung von Reizstoffen betroffener Umgebungen oder Tätigkeiten.
Überbeanspruchung der Stimme Nach einer intensiven Beanspruchung der Stimme bis zu einem schmerzenden Hals oder Heiserkeit, hilft es die Stimme zu schonen. Zusätzlich können Bonbons, die den Speichelfluss fördern und somit Feuchtigkeit spenden, zur Besserung beitragen.
Allergien Bei Halsschmerzen als Folge einer Allergie, sollte der Allergieauslöser möglichst vermieden werden. Ferner sind Medikamente oder eine allergenspezifische Immuntherapie wirkungsvoll.
Sodbrennen Um gegen Sodbrennen vorzugehen, reicht es oftmals reizende Nahrungsmittel zu meiden. Hierunter fallen vor allem süße und fette Speisen wie Getränke. Des Weiteren sollte Stress umgangen werden. Daneben können auch Medikamente geeignet sein.

Die Tabelle zeigt, dass Hausmittel in den meisten Fällen die gewünschte Besserung hinreichend unterstützen können. Zu einem der bekanntesten Hausmittel bei Erkältungsbeschwerden zählt ein erhöhter Verzehr von Vitamin C, meist durch Zitronen. Doch hat Vitamin C keinen oder nur minimalen Einfluss auf die Dauer eines Infekts.(2) Vielmehr kann eine allegmein ausgewogene Ernährung zur Genesung beitragen.

Welches Mittel gegen Halsschmerzen ist für (Klein-)Kinder geeignet?

Während Schulkinder in den meisten Fällen in der Lage sind Halsschmerzen zu deuten und als solche anzugeben, sind Halsbeschwerden bei Kleinkinder schwerer zu identifizieren. Für eine erste Diagnose ist es deshalb wichtige auf mögliche Indizien zu achten. Hierunter fallen Ess- und Trinkverweigerung, Rötungen im Rachen und weitere Erkältungssymptome.

Bei Kleinkindern sollte auf die Anwendung rezeptfreier Erkältungsmedikamente verzichtet werden.

Oft steckt hinter den Halsschmerzen nur ein harmloser Erkältungsinfekt. Doch in Verbindung mit Fieber, ist gerade bei Kleinkindern, die über ein labiles Immunsystem verfügen, eine ärztliche Diagnose und individuelle Empfehlung ratsam. Während der Behandlung von Kleinkindern schließen sich Methoden, wie Gurgeln oder die Anwendung von Halswickeln, aus.

Allgemein gilt es bei Kindern unter vier Jahren von einer Behandlung durch freiverkäufliche Erkältungsmedikamente abzusehen. Stattdessen können diverse Hausmittel zur Genesung beitragen, am besten in Absprache mit einem Arzt.(3)

Unter mögliche Maßnahmen fallen Honig (für Kinder ab einem Jahr), Salben mit Kampfer. Menthol und Eukalyptusöl. Sollte das Kleinkind bereits Tee trinken, können auch beruhigende Kräutertees, wie Kamille, helfen. Diese wirken reizlindernd im Rachen.(4)

Welches Mittel gegen Halsschmerzen ist für Schwangere und während der Stillzeit geeignet?

Das Immunsystem einer werdenden Mutter kann kurzfristig geschwächt sein, da sich der Körper auf den Schutz und die Entwicklung des Kind konzentriert. Somit kann das Immunsystem anfälliger für Infekte sein. Dabei betreffen die Beschwerden in den meisten Fällen nur die Schwangere.Im Normalfall ist das Kind gegen den Infekt der Mutter geschützt.

Inhaltsstoffe von Medikamenten können an das Kind übertragen werden.

Durch die intensive Verbindung beider Organismen, von Mutter und Kind, ist jedoch bei der Behandlung von Erkältungsbeschwerden, wie Halsschmerzen, Vorsicht geboten. Denn die Inhaltsstoffe eingenommener Medikamente werden an das Kind weitergegeben. In Folge dessen ist es ratsam sich den Rat eines Arztes einzuholen.

Beim Einsatz von Medikamenten, sollte der Beipackzettel sorgfältig durchgelesen und wichtige Hinweise befolgt werden. Denn selbst leichte Schmerztabletten können sich auf das Herz-Kreislauf-System des Ungeborenen auswirken.(5)

Ersatzweise können Hausmittel die Schmerzen lindern und Ruhe zu einer schnellen Regenerierung beitragen. Mögliche Vorgehensweisen gegen die Halsschmerzen können beruhigende Heilkräutertees sein, Halswickel, Inhalieren, Gurgeln und die Einnahme von Zink.(6)

Auch Honig kann eine wohltuende Ergänzung zu den Kräutertees sein. Lang verbreitete Befürchtungen, dass Honig während der Schwangerschaft, auf Grund darin enthaltener Bakterien schädlich sein könnte, haben sich nicht bestätigt. Er kann die Halsschmerzen verringern und ist zudem ein kalorienärmeres Süßungsmittel als herkömmlicher Zucker. (7)

Welche Mittel gegen Halsschmerzen bergen Risiken?

Insbesondere für Frauen während der Schwangerschaft oder Stillzeit, sowie bei Kleinkindern sollte die Behandlung von Halsschmerzen mit Bedacht erfolgen. Doch auch für solche, die nicht unter diese Gruppen fallen, können bestimmte Heilverfahren Risiken bürgen.

Deshalb ereignet sich die Einnahme folgender Präparate mit entschiedener Vorsicht:

  1. Antibiotika: Da es sich in vielen Fällen von Halsschmerzen um einen viralen Infekt handelt, kann die Einnahme von Antibiotika wirkungslos sein. Der Einsatz von Antibiotika erst bei einem diagnostizierten bakteriellen Infekt sinnvoll. Andernfalls könnte sie wichtige nützliche Bakterien abtöten, die einen gesunden Organismus prägen.(8)
  2. Homöopathische Mittel: Homöopathische Mittel sind stark verdünnt und umstritten in ihrer Wirkung. Ausschließlich ihr Placebo-Effekt wurde bestätigt und kann sich bei leichter Erkrankung als hilfreich erweisen. Zur Behandlung schwerer Infekte ist die Studienlage jedoch zu gering und deshalb von homöopathischen Mitteln abzuraten.(9, 10)

Insbesondere in Kombination mit Vorerkrankungen oder in Kombination mit anderen Medikamente, können auch weitere Mittel gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Sollte dies der Fall, raten wir vor der Einnahme zur Absprache mit deinem Arzt.

Wann sollte man bei akuten Halsschmerzen den Arzt aufsuchen?

Oft lassen sich Halsschmerzen mit gängigen Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke lindern. Doch tauchen Ausnahmen auf, die medizinischer Expertise bedürfen.

Im Falle der nachfolgenden Symptome, solltest du lieber einen Arzt aufsuchen:

  • Anhaltes Fieber über mehrere Tage oder hohes Fieber ab 39 °C, bei Säuglingen bis drei Monate ab 38 °C
  • Schmerzhafter Husten
  • Zunehmende Schluckbeschwerden
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwächegefühl und Benommenheit
  • Brustschmerzen
  • Atemnot und pfeifendes Atmen
  • Starke Kopfschmerzen
  • Kiefersperre, d. h. Schwierigkeiten den Mund zu öffnen
  • Vergrößerte Lymphknoten im Hals- und Nackenbereich

Wer sich über den Schweregrad etwaiger Begleiterscheinungen seiner Halsschmerzen unsicher ist, kann ebenfalls einen Termin beim Arzt wahrnehmen.

Mittel gegen Halsschmerzen: Effektive Ansätze zur Behandlung und Vorbeugung

Bei gereizten Atemwegen hilft es Reizstoffe zu vermeiden und im Falle infektbedingter Halsschmerzen körperliche Anstrengung zu umgehen. Dazu sind ausreichend Schlaf und Schonung der Stimmbänder wirkungsvoll, je nach Befinden kann auch ein Spaziergang an der frischen Luft angemessen sein.

Welche Hausmittel und Medikamente, neben den genannten Grundlagen, deine Genesung fördern können, fassen wir nachfolgend für dich zusammen.

Hausmittel

Die Anzahl an Hausmitteln gegen Halsschmerzen ist üppig und oft sind sie leicht realisierbar. Wir geben dir eine schnelle Zusammenfassung, mit der du in der Lage bist, eine für dich geeignete Behandlung zu finden.

Die aufgeführten Hausmittel bieten sich dazu an, sie zu kombinieren. Auf diese Weise kann der Weg zur gewünschten Genesung entscheidend verkürzt werden.

Hohe Flüssigkeitszufuhr

Eines der effektivsten Hausmittel gegen Halsschmerzen ist eine reichliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern am Tag. Dadurch werden die Schleimhäute feucht gehalten und Erreger, wie Bakterien und Viren, ausgespült.

Mit den folgenden Getränken, kannst du deinen Hals bei der Heilung unterstützen:

Flüssigkeit Wirkung und Einnahme
Tee Warmer Tee aus Kamille, Lindenblüten, Thymian und Salbei haben eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung auf deinen gereizten Rachen. Mit etwas naturbelassenem Honig versetzt, wirkt dein Tee antibakteriell. Hierfür sollte der Tee trinkwarm abgekühlt sein, um die hitzeempfindlichen Enzyme mit ihrer positiven Eigenschaften zu bewahren.
Stilles Wasser Wasser, das keine Kohlensäure enthält, ist sanfter zum Hals und je nach Ursprung mineralienreich. Mit etwas Zitrone oder Ingwer ziehen gelassen, kannst du für etwas Abwechslung sorgen.
Fruchtsaft Dieser kann kalt oder warm genossen werden. Doch auch Fruchtsäfte sollten besser nur auf eine trinkwarme Temperatur gebracht werden, um möglichst viele Vitamine zu erhalten.
Selbstgemachte Hühnersuppe Der hierin enthaltene Eiweißstoff Cystein soll weiße Blutkörperchen blockieren, die zur Schwellung und Entzündung der Schleimhäute führen. Eine selbstgemachte Hühnersuppe mit reichlich Gemüseeinlage kann somit stärkend und heilend zugleich wirken.

Wie du siehst sind kalte wie warme Getränke empfehlenswert. Lediglich der Gehalt von verarbeitetem Zucker sollte gesundheitsbedingt niedrig gehalten werden. Dagegen sind wärmende, antibakteriell und entzündungshemmende Flüssigkeiten umso wohltuender.

Warme und kalte Wickel

Warme und kalte Wickel gehören zu altbewährten Hausmitteln gegen Halsbeschwerden, die nur noch selten zum Einsatz kommen. Sie sollen entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.

Für die Anwendung eines Halswickels benötigst du ein Baumwolltuch, teils auch ein bis zwei weitere Geschirr- oder Handtücher. Was du dabei beachten solltest und welche Komponenten du für die jeweiligen Wickel-Methoden benötigst, erfährst du nachfolgend.

  1. Warmer Wickel mit Kartoffeln: Diese Auflage gibt anhaltend Wärme an deinen Hals ab, da die enthaltene Kartoffelmasse hohe Temperaturen lang speichert. Durch die gesteigerte Durchblutung soll wiederum der Heilungsprozess angeregt werden.Du benötigst für eine Anwendung 500 Gramm weichgekochte Kartoffeln, die du anschließend abdampfen lässt, um dich nicht zu verbrennen. Zu einer Masse zerdrückt, legst du sie in ein Geschirrtuch und schlägst sie darin ein. Mit einem Baumwolltuch kannst du das gefüllte und wohltemperierte Geschirrtuch auf deinen Hals auflegen.
  2. Warmer Wickel mit Wasser: Dieser Wickel ist weniger aufwendig und doch effektiv. Indem du ein Geschirrtuch mit einem Baumwolltuch umschlägst und mit heißem Wasser übergießt, nimmt es die nötige Wärme an. Hierbei sollten die Enden trocken bleiben. Nach leichter Abkühlung, kann die Kompresse ausgewrungen und aufgelegt werden.
  3. Kalter Wickel mit Quark: Ein Quarkwickel kann entzündungshemmend und leicht abschwellend wirken. In einem Wasserbad auf Körpertemperatur erwärmt, werden 250 Gramm Quark in drei Stofflagen eingewickelt und auf den Hals gelegt. Dieser kann bis zu vier Stunden am Hals verbleiben.

Abhängig von deiner Verfassung und persönlicher Präferenzen, kannst du dich für eine kalte oder warme Auflage entscheiden.

Inhalation

Eine Inhalation ist sowohl für den Hals als auch für Nase und Bronchien wohltuend. Durch das inhalieren von warmen Wasserdampf werden die Atemwege feucht gehalten und Schmerzen können verringert werden.

Für diese Behandlung benötigst du einen hitzebeständigen Behälter, der ungefähr einen Liter heißes Wasser fassen kann. Außerdem brauchst du ein Handtuch, mit dem du dich über den dampfenden Behälter beugst. Dieses dient als Abdeckung, um möglichst wenig von dem kondensierten Wasserdampf zu verlieren.

Durch die Zugabe unterschiedlicher Komponenten, in Form von Heilkräutern, Ölen oder Salz, kannst du verstärkt die Symptome deiner Halsschmerzen bekämpfen. Sie können entweder einen beruhigenden, entzündungshemmenden oder feuchtigkeitsspendenden Effekt haben.

Neben Salz, sind folgende Kräuter, als Tee oder ätherisches Öl, eine beliebte Ergänzung:

  • Kamille
  • Eukalyptus
  • Salbei
  • Thymian

Ausschließlich bei Asthmatikern und Kindern sollten für diese Anwendung keine ätherischen Öle eingesetzt werden, da sie Atemnot auslösen können.

Gurgeln

Das Gurgeln einer Salzlösung oder von Kräutertee ist eine der simpelsten Methoden gegen Halsschmerzen zu handeln. Da diese Lösung auch in den Rachen gelangt, soll sie auch bei Schluckbeschwerden Linderung bringen.

Dieses Hausmittel lässt sich in ein paar einfachen Schritten umsetzen:

  1. In einem Viertelliter warmes Wasser einen Teelöffel Kochsalz auflösen. Alternative etwas Kräutertee, mit Kamille oder Salbei, darin ziehen lassen.
  2. Das Wasser lauwarm abkühlen lassen und gegebenenfalls Tee entnehmen.
  3. Einige Minuten mit der Lösung den Mund ausspülen und gurgeln. Die Anwendung kann alle zwei Stunden wiederholt werden.

Auch hier werden je nach Zugabe diverse Effekte unterstützt. Kräuter sind wirkungsreich gegen Entzündungen und dienen der Beruhigung der Schleimhäute. Salz kann Wasser speichern und ist somit zur Befeuchtung der Rachens empfehlenswert.

Medikamente

Ergänzend zu den aufgeführten Hausmitteln, kann in akuten Fällen von Halsschmerzen oder in Verbindung mit einem Infekt die Einnahme von Medikamenten weiterhelfen.

Sie dienen lediglich als zeitweise Lösung. Bei starken Symptomen, die über mehrere Tage andauern ist ein Arztbesuch erforderlich.

Schmerzmittel

Sollten die Halsschmerzen von Fieber begleitet sein, können Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden und kurzfristig Erleichterung bringen. Jedoch ist nach mehrtägig wiederkehrenden Fieber der Gang zum Arzt angebracht.

Zur gezielten Bekämpfung heftiger Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, sind wiederum leicht betäubende Medikamente nützlich. Diese sind in der Apotheke in Form von Sprays, Lutschpastillen oder Gurgellösungen erhältlich.

Antibiotika

Da die meisten Halsbeschwerden durch einen Infekt eine virale, statt bakterielle Ursache haben, sind Antibiotika nur selten notwendig. Anzeichen dafür, dass die Beschwerden durch Bakterien hervorgerufen werden, sind Schwellungen, verdickte Lymphknoten, Beläge auf den Mandeln genauso wie Fieber über 38 °C.

Nach deutlicher ärztlicher Diagnose kann unter diesen Bedingungen ein Antibiotikum sinnvoll sein.

Vorbeugung

Zur Prävention von Halsschmerzen gibt es einige Optionen. Dennoch lässt sich ihr Auftreten nicht komplett verhindern. Wir zeigen dir, welche Aspekte zur Vorbeugen besonders effektiv sind.

  • Handhygiene: Durch regelmäßiges und gründliches Waschen der Hände, können potentielle Erreger weggespült werden. Gleichzeitig solltest du in der Öffentlichkeit darauf Acht geben, dass du nicht mit ungewaschenen Händen in die Nähe deines Munds oder deiner Nase kommst.
  • Reizstoffe und Allergene meiden: Nach Möglichkeit solltest du Reizstoffe und Allergene, die dich akut belasten, umgehen oder dich vor ihnen schützen. Zum Beispiel könntest du das Rauchen aufgeben oder eine Therapie gegen deine Allergie angehen.
  • Gesunde Ernährung: Durch eine abwechslungs- und nährstoffreiche Ernährung kannst du dein Immunsystem stärken und so künftigen Infekten widerstandsfähiger begegnen oder sie komplett vermeiden.
    Ausreichend Trinken: Mit einer hohen Flüssigkeitszufuhr können in den Mund und Rachenbereich gelangte Erreger ausgespült werden.
  • Wärme: In den kalten Jahreszeiten ist es vernünftig sich vor kühlen Winden zu schützen und damit einen der Auslöser zu einer Erkältung zu eliminieren.

Zusätzlich können regelmäßige Bewegung und stetiges Lüften die Abwehrkräfte steigern und den Hals schonen.

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Ein heißes Bad macht dich warm und kann sehr entspannend wirken. Beide Punkte unterstützen die Vorbeugung von Halsschmerzen. (Bildquelle: Logan Stone / unsplash)

Auch Entspannung kann möglichen Infekten entgegenwirken. Denn durch aktive Stressvermeidung verfügt dein Körper über mehr Abwehrkräfte

Fazit

Halsschmerzen sind unter Kindern und Erwachsenen verbreitet und einer der häufigsten Auslöser für einen Arzt- oder Apothekenbesuch. Dabei können sie verschiedenste Ursachen haben, denen man für eine effektive Behandlung vorerst auf den Grund gehen sollte.

Um gegen die Beschwerden vorzugehen, bestehen unzählige Optionen, darunter eine Vielzahl von Hausmitteln. Diese schonen das Portemonnaie und lassen sich oft ohne einen Gang vor die Haustür umsetzen. Doch obwohl Hausmittel von vielen Seiten als wirkungsvoll beschrieben werden, ist die Studienlage in Hinsicht mancher Behandlungsmethoden gering. Hier gilt es selbst auszuprobieren und, im Falle mehrer Tage andauernder und sich steigender Gesundheitsprobleme, den Arzt aufzusuchen.

Bildquelle: lightfieldstudios / 123rf

Einzelnachweise (10)

1. Moutaz S M Jawad. Analgesic profile of 3 new Ibuprofen lozenges (V0498TA01A 15 mg, 25 mg, 35 mg) after single adminstration in acute sore throat pain. 2012, V00498 TA 2 01 2011-005848-10.
Quelle

2. Quidel S, Gómez E, Bravo-Soto G, Ortigoza Á. What are the effects of vitamin C on the duration and severity of the common cold?. ¿Cuál es el efecto del tratamiento con vitamina C en la duración y severidad del resfrío común?. Medwave. 2018;18(6):e7261. Published 2018 Oct 3. doi:10.5867/medwave.2018.06.7260
Quelle

3. Fashner J, Ericson K, Werner S. Treatment of the common cold in children and adults. Am Fam Physician. 2012;86(2):153-159.
Quelle

4. DeGeorge KC, Ring DJ, Dalrymple SN. Treatment of the Common Cold. Am Fam Physician. 2019;100(5):281-289.
Quelle

5. Erebara A, Bozzo P, Einarson A, Koren G. Treating the common cold during pregnancy. Can Fam Physician. 2008;54(5):687-689.
Quelle

6. Singh M, Das RR. Zinc for the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2011;(2):CD001364. Published 2011 Feb 16. doi:10.1002/14651858.CD001364.pub3
Quelle

7. Geißler K, Schulze M, Inhestern J, Meißner W, Guntinas-Lichius O. The effect of adjuvant oral application of honey in the management of postoperative pain after tonsillectomy in adults: A pilot study. PLoS One. 2020;15(2):e0228481. Published 2020 Feb 10. doi:10.1371/journal.pone.0228481
Quelle

8. ESCMID Sore Throat Guideline Group, Pelucchi C, Grigoryan L, et al. Guideline for the management of acute sore throat. Clin Microbiol Infect. 2012;18 Suppl 1:1-28. doi:10.1111/j.1469-0691.2012.03766.x
Quelle

9. Tsintzas D, Vithoulkas G. Treatment of Postoperative Sore Throat With the Aid of the Homeopathic Remedy Arnica montana: A Report of Two Cases. J Evid Based Complementary Altern Med. 2017;22(4):926-928. doi:10.1177/2156587217735986
Quelle

10. Doehring C, Sundrum A. Efficacy of homeopathy in livestock according to peer-reviewed publications from 1981 to 2014. Vet Rec. 2016;179(24):628. doi:10.1136/vr.103779
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliche Untersuchung
Moutaz S M Jawad. Analgesic profile of 3 new Ibuprofen lozenges (V0498TA01A 15 mg, 25 mg, 35 mg) after single adminstration in acute sore throat pain. 2012, V00498 TA 2 01 2011-005848-10.
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Wissenschaftlicher Artikel
Quidel S, Gómez E, Bravo-Soto G, Ortigoza Á. What are the effects of vitamin C on the duration and severity of the common cold?. ¿Cuál es el efecto del tratamiento con vitamina C en la duración y severidad del resfrío común?. Medwave. 2018;18(6):e7261. Published 2018 Oct 3. doi:10.5867/medwave.2018.06.7260
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Wissenschaftlicher Artikel
Fashner J, Ericson K, Werner S. Treatment of the common cold in children and adults. Am Fam Physician. 2012;86(2):153-159.
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Wissenschaftlicher Artikel
DeGeorge KC, Ring DJ, Dalrymple SN. Treatment of the Common Cold. Am Fam Physician. 2019;100(5):281-289.
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Wissenschaftlicher Artikel
Erebara A, Bozzo P, Einarson A, Koren G. Treating the common cold during pregnancy. Can Fam Physician. 2008;54(5):687-689.
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Wissenschaftlicher Artikel
Singh M, Das RR. Zinc for the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2011;(2):CD001364. Published 2011 Feb 16. doi:10.1002/14651858.CD001364.pub3
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Klinische Studie
Geißler K, Schulze M, Inhestern J, Meißner W, Guntinas-Lichius O. The effect of adjuvant oral application of honey in the management of postoperative pain after tonsillectomy in adults: A pilot study. PLoS One. 2020;15(2):e0228481. Published 2020 Feb 10. doi:10.1371/journal.pone.0228481
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Klinische Studie
ESCMID Sore Throat Guideline Group, Pelucchi C, Grigoryan L, et al. Guideline for the management of acute sore throat. Clin Microbiol Infect. 2012;18 Suppl 1:1-28. doi:10.1111/j.1469-0691.2012.03766.x
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Wissenschaftliche Untersuchung
Tsintzas D, Vithoulkas G. Treatment of Postoperative Sore Throat With the Aid of the Homeopathic Remedy Arnica montana: A Report of Two Cases. J Evid Based Complementary Altern Med. 2017;22(4):926-928. doi:10.1177/2156587217735986
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Wissenschaftliche Untersuchung
Doehring C, Sundrum A. Efficacy of homeopathy in livestock according to peer-reviewed publications from 1981 to 2014. Vet Rec. 2016;179(24):628. doi:10.1136/vr.103779
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