augenlid-zuckt
Veröffentlicht: 31. März 2021

Ein zuckendes Augenlid kennt jeder: Es tritt meist plötzlich auf und wird von den Betroffenen als sehr unangenehm empfunden. Aber du kannst beruhigt sein, denn gewöhnlich ist Lidzucken harmlos und verschwindet so schnell wie es aufgetreten ist.

In diesem Beitrag erklären wir dir, warum ein Augenlid zuckt, welche Ursachen es haben kann und wann du am Besten zum Arzt gehst. Zum Schluss geben wir dir ein paar Tipps an die Hand, was du gegen Augenlidzucken tun kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ein zuckendes Augenlid ist ein Signal deines Körpers, auf das du hören solltest. Auch wenn es meist harmlos ist, solltest du es nicht unterschätzen.
  • Augenlidzucken oder Faszikulation kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten Gründe sind: Stress, Müdigkeit, Überanstrengung, aber auch Magnesium- oder Vitamin-B-Mangel.
  • Die besten Mittel gegen kurzzeitiges Lidzucken sind Entspannung, Stressabbau, ausreichend Schlaf und Ruhepausen. Bei länger anhaltendem Zucken solltest du einen Arzt aufsuchen.

Das Augenlid zuckt: Was du wissen solltest

Im Durchschnitt blinzelst du zwölf bis zwanzig Mal pro Minute, also etwa alle sechs Sekunden. (1) Dies geschieht gewöhnlich unbewusst und wird von dir kaum bemerkt. Das Blinzeln, auch Lidschlag genannt, dient hierbei nicht nur der Verteilung der Tränenflüssigkeit, sondern auch der Reinigung des Auges.

Zuckt das Lid hingegen schnell und unkontrolliert empfinden wir es als störend und je stärker wir uns darauf konzentrieren, desto intensiver wird die Wahrnehmung des Zuckens.

Was ist Augenlidzucken?

Das Augenlid an sich ist ein Muskel, dessen Nerven sehr empfindlich sind und deshalb schnell auf Reize reagiert. Zuckt das Lid handelt es sich um sogenanntes Augenlidzucken, was Mediziner als Faszikulation beschreiben. (2) Hierbei handelt es sich um einen Muskelkrampf des Lides, was als feines Zittern wahrgenommen wird.

In der Regel ist nur eine Seite vom Augenzucken betroffen. Auch bezieht sich das Zucken immer nur auf einen Teil des Lides, also entweder das Oberlid oder das Unterlid. Zudem kann Augenlidzucken unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Symptome reichen von kaum bemerktem Zucken im Augenwinkel bis hin zu starkem Zittern des gesamten Lides. (3)

Welche Ursachen können hinter einem zuckenden Augenlid stecken?

Auch wenn ein zuckendes Augenlid vielfältige Ursachen haben kann, ist es in den meisten Fällen harmlos. Grundsätzlich reagiert der Körper mit Augenlidzuckungen auf die Überanstrengung der Nerven. Nachfolgend geben wir die Erklärungen zu den häufigsten Ursachen des Augenlidzuckens. (4)

Die häufigsten Ursachen im Überblick:

  • Stress
  • Schlafmangel
  • Erhöhter Konsum von Koffein, Alkohol oder Nikotin
  • Überanstrengung der Augen
  • Magnesiummangel
  • Vitamin-B-Mangel

Stress

Dein Körper reagiert auf unterschiedliche Art und Weise auf Stress und Augenlidzucken ist solch eine Reaktion. Denn unter Stress produziert dein Körper Hormone wie Adrenalin und Cortisol.

Stress gilt als häufigster Auslöser für Augenlidzucken.

Beide sind dafür verantwortlich, dass der Muskeltonus heraufgesetzt wird. Stress, Nervosität und innere Unruhe sind die Der häufigsten Auslöser für Augenlidzucken.

Schlafmangel

Die Augenlider gehören zu den empfindlichsten Muskeln deines Körpers, weshalb sie bereits durch geringe Unregelmäßigkeiten gereizt werden. Bei zu wenig Schlaf erholen sich die Augen nicht ausreichend, wodurch die Nerven geschädigt werden können.

Erhöhter Konsum von Koffein, Alkohol oder Nikotin

Koffein gehört zur Gruppe der Nervengifte. Aufgenommen über den Magen und den Dünndarm  wirkt es auf das zentrale Nervensystem und sorgt gleichzeitig für die Anspannung von Muskeln.

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Zu viel Kaffee kann neben Kopfschmerzen auch Lidzucken auslösen. Daher solltest du bei Auftreten des Symptoms prüfen, wie viele Tassen du getrunken hast. (Bildquelle: pixabay / acekreations)

Auch bei Alkohol und Nikotin handelt es sich um Nervengifte. Sie schädigen nicht nur Organe und Körperfunktionen, sondern haben auch eine toxische Wirkung auf Nerven und Muskeln. Da auch das Augenlid ein Muskel ist, können sich Alkohol- und Nikotinkonsum darauf auswirken und Lidzucken auslösen.

Überanstrengung der Augen

Deine Augen sind ständig irgendwelchen Reizen ausgesetzt, weshalb du sie auch auf verschiedene Weise überanstrengen kannst:

  • Bildschirmarbeit/ Lesen: Dabei verringert sich die Lidschlagfrequenz auf etwa fünf Mal pro Minute, weshalb die Augen weniger befeuchtet werden. Dadurch entstehen trockene Augen, was zu Irritationen auf der Horn- und Bindehauthaut führen kann.
  • Schlecht korrigierte Fehlsicht: Lidzucken kann ein Zeichen dafür sein, dass du eine Brille brauchst. Trägst du bereits eine Brille oder Kontaktlinsen können diene Augen auch durch die falsche Stärke überbeansprucht werden.

Magnesiummangel

Liegt ein Mineralstoffmangel vor, wird die grundlegende Kommunikation von Nerven und Muskeln beeinträchtigt. Bei Magnesium tritt im Hinblick darauf am häufigsten ein Muskelkrampf auf, der auch den Muskel des Augenlides betreffen kann.

Ein Magnesiummangel kommt häufig bei einseitiger Ernährung und zu wenig Flüssigkeitsaufnahme vor, aber er kann auch durch bestimmte Situationen verursacht werden. Häufige Situationen mit erhöhtem Magnesiumbedarf sind sportliche Tätigkeiten oder während einer Schwangerschaft.

Vitamin B-Mangel

Ähnlich wie bei Magnesium kann Augenlidzucken auch durch einen Vitamin-B-Mangel ausgelöst werden. Hauptsächlich dreht es sich hierbei um das Vitamin B12. Auch hierbei ist der häufigste Grund eine einseitige Ernährung. Besonders eine rein vegetarische und vegane Ernährung kann einen Vitamin-B-Mangel auslösen.

Ist ein zuckendes Augenlid gefährlich?

Das Lidzucken an sich ist nicht gefährlich und verschwindet meist innerhalb weniger Tage wieder von selbst. In seltenen Fällen kann es aber auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Zu diesen Erkrankungen gehören:

  • Bluthochdruck (5)
  • Schilddrüsenüberfunktionen (5)
  • Multiple Sklerose (5)
  • Parkinson (5)
  • Tourette-Syndrom (5)
  • Epilepsie (6)

Tritt das Lidzucken im Zusammenhang mit Lähmungserscheinungen sowie Sprach- und Sehstörungen auf, sollte man sich umgehend in notärztliche Behandlung begeben. Denn diese Symptome können Vorboten eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls sein.

Wann sollte man bei Lidzucken einen Arzt aufsuchen?

Bei Verdacht auf die zuvor genannten Krankheiten solltest du in jedem Fall einen Augenarzt aufsuchen. Gleiches gilt, wenn das Augenzucken über einen längeren Zeitraum auftritt oder sich die Symptome verstärken. So kannst du ein chronisches Lidzucken verhindern. (7)

Spätestens beim Auftreten weiterer Symptome, wie einer Entzündung, Rötung oder erhöhter Produktion der Tränenflüssigkeit solltest du einen Augenarzt konsultieren.

Bei zusätzlichen Anzeichen neurologischer Erkrankungen (z.B. Epilepsie) sind, neben einem Augenarztbesuch, weitere Untersuchungen bei einem Neurologen zu empfehlen.

Was kann man gegen Augenlidzucken tun und wie kann man vorbeugen?

Je nach Ursache gibt es diverse Möglichkeiten, die gegen ein zuckendes Augenlid helfen können. Wir haben dir ein paar Maßnahmen zur Verhinderung und Prävention zuckender Augenlider zusammengestellt:

  • Entspannung
  • Ruhepausen
  • Ausreichende Zufuhr an Magnesium und Vitamin-B
  • Richtige Korrektur der Fehlsicht
  • Einschränkung des Konsums von Kaffee, Alkohol und Nikotin

Entspannung

Wichtig ist, dass du dir bewusst machst, wenn du unter Stress stehst. Damit kannst du besser dagegen angehen. Regelmäßige Meditation, Yoga oder Autogenes Training können dein Stresslevel senken und Augenzucken vermeiden. Mithilfe dieser Techniken kannst du außerdem präventiv gegen ein zuckendes Augenlid vorgehen.

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Stress ist ein häufiger Auslöser für Augenlidzucken. Mithilfe unterschiedlicher Entspannungstechniken kannst du dem ganz einfach entgegenwirken. (Bildquelle: pixabay/ Free-Photos)

Ein gutes Mittel gegen Stress sind sportliche Aktivitäten. Treibe also regelmäßig Sport, um deinen Stress abzubauen und die Ausschüttung von Glückshormonen anzuregen. Auch Sport ist eine Prävention gegen zuckende Augenlider.

Zur Linderung akuter Symptome kannst du dir einen warmen Waschlappen auf die Augen legen und einfach fünf Minuten tief ein- und ausatmen. So senkst du gleichzeitig dein Stresslevel und entspannst deine Muskeln.

Ruhepausen

Es ist wichtig, dass du einem Auge genügend Ruhepausen gönnst. Wenn du z.B. mehrere Stunden am PC arbeitest, solltest du immer wieder kleine Pausen einlegen. Dabei solltest du darauf achten, nicht auf den Handybildschirm zu schauen. Eine gute Möglichkeit bietet der Blick in die Ferne. Dazu schaust du für ein paar Minuten auf einen reizarmen Punkt.

Du solltest deinen Augen genügend Ruhe gönnen

Auch nach Feierabend solltest du deinen Augen eine Pause von den Bildschirmen gönnen. Gehe daher besser an die frische Luft, statt dich vor den Fernseher oder das Smartphone zu setzen.

Deine Augen brauchen auch über Nacht genügend Zeit, um sich zu erholen. Achte daher auf ausreichend Schlaf und ändere ggf. dienen Schlafrhythmus.

Ausreichende Zufuhr an Magnesium und Vitamin B

Für eine ausreichende Aufnahme von Magnesium ist es wichtig etwa 1,5 l Wasser am tag zu trinken. Dadurch nimmst du auch genügend Flüssigkeit zu dir, um eine Dehydrierung zu vermeiden. Sollte dein Körper mehr Magnesium benötigen, kannst du dir Magnesium-Präparate als Nahrungsergänzung besorgen.

Vitamin B12, das in Fisch, Fleisch, Eiern oder Milchprodukten enthalten ist, sollte mindestens drei Mal pro Woche auf deinem Speiseplan stehen. So kannst du eine ausreichende Zufuhr dieses Vitamins sicherstellen. Alternativ kannst du Vitamin-B12-Präparate als Nahrungsergänzung nutzen.

Richtige Korrektur der Fehlsicht

Die Korrektur einer Fehlsicht ist eine Möglichkeit, die es auszuschließen gilt. In diesem Zusammenhang können bei dir drei Situationen vorliegen, bei denen du diverse Handlungsmöglichkeiten hast.

Situation Maßnahme
keine Brille Sehtest bei Augenarzt oder Optiker
Brille Sehstärke beim Augenarzt oder Optiker prüfen lassen
Kontaktlinsen evtl. nicht korrekte Nutzung, kann auch an Stärke liegen

Manchmal bemerkst du eine Verschlechterung deiner Augen nicht sofort und solltest daher auf die Signale des Körpers achten. Überlege auch ob du die Kontaktlinsen richtig reinigst, einsetzt und wieder herausnimmst.

Wenn du die zuvor genannten Punkte zur Nutzung ausgeschlossen hast, eine Brille trägst oder noch keine hast, solltest du einen Sehtest machen. Dein Augenarzt oder ein Optiker in deiner Nähe helfen dir da sicher weiter.

Einschränkung des Konsums von Kaffee, Alkohol und Nikotin

Stellst du fest, dass deine zuckenden Augenlider mit zu viel Alkohol, Kaffee oder Nikotin in Verbindung stehen, dann musst du deren Konsum einschränken. Hierfür gibt es kein Patentrezept, denn jeder Körper reagiert anders.

Probiere einfach eine geringere Menge des entsprechenden Genussmittels aus und notiere dir die Ergebnisse. Zuckt das Augenlid immer noch, musst du den Konsum weiter einschränken, bis es nicht mehr zuckt.

Fazit

Du hast gelernt, dass ein zuckendes Augenlid nicht nur zahlreiche Gründe haben kann, sondern auch genauso vielfältige Möglichkeiten zur Vermeidung und Prävention vorliegen. Jede Ursache kann dabei auf unterschiedliche Weise behoben werden. Auch wenn es sich meist um ein harmloses Symptom handelt, kann es trotzdem einen ernsten Hintergrund haben, weshalb du Augenlidzucken nicht unterschätzen solltest.

Du solltest dir also bewusst machen weshalb dein Augenlid zuckt, um eine geeignete Lösung für dich zu finden. Da der häufigste Auslöser eines zuckenden Augenlids Stress ist, solltest du versuchen dein Stresslevel möglichst niedrig zu halten.

Auch wenn dies nicht die Ursache deines Problems ist, kann eine Stressreduktion nie schaden. Bei lang anhaltendem Zucken oder dem Auftreten in Kombination mit weiteren Symptomen ist es ratsam deinen Augenarzt zu konsultieren.

Bildquelle: pixabay / Public Domain Pictures

Einzelnachweise (7)

1. Jacobi, C., Messmer, E.M. Diagnostik des trockenen Auges. Ophthalmologe 115, 433–450 (2018). https://doi.org/10.1007/s00347-018-0676-2
Quelle

2. Wenzel, S., Scheel, A. K., & Reimers, C. D. (1998). Faszikulationen-Überblick über Pathophysiologic, klinische Bedeutung und Nachweis. Klinische Neurophysiologie, 29(04), 271-279.
Quelle

3. Mayo Kliniken. Definition.
Quelle

4. National Health System. Twitching eyes and muscels.
Quelle

5. Mayo Kliniken. Ursachen.
Quelle

6. Miller, J.W. and Ferrendelli, J.A. (1990), Eyelid twitching seizures and generalized tonic‐clonic convulsions: A syndrome of idiopathic generalized epilepsy. Ann Neurol., 27: 334-336. https://doi.org/10.1002/ana.410270318
Quelle

7. Banik, Rudrani MD; Miller, Neil R. MD Chronic Myokymia Limited to the Eyelid Is a Benign Condition, Journal of Neuro-Ophthalmology: December 2004 - Volume 24 - Issue 4 - p 290-292.
Quelle

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Diagnostik des trockenen Auges
Jacobi, C., Messmer, E.M. Diagnostik des trockenen Auges. Ophthalmologe 115, 433–450 (2018). https://doi.org/10.1007/s00347-018-0676-2
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Faszikulationen-Überblick über Pathophysiologic, klinische Bedeutung und Nachweis
Wenzel, S., Scheel, A. K., & Reimers, C. D. (1998). Faszikulationen-Überblick über Pathophysiologic, klinische Bedeutung und Nachweis. Klinische Neurophysiologie, 29(04), 271-279.
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Eye Twitching Definition
Mayo Kliniken. Definition.
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Twitching Eyes and Muscles
National Health System. Twitching eyes and muscels.
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Eye Twitching Causes
Mayo Kliniken. Ursachen.
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Eyelid twitching seizures and generalized tonic-clonic convulsions: A syndrome of idiopathic generalized empilepsy
Miller, J.W. and Ferrendelli, J.A. (1990), Eyelid twitching seizures and generalized tonic‐clonic convulsions: A syndrome of idiopathic generalized epilepsy. Ann Neurol., 27: 334-336. https://doi.org/10.1002/ana.410270318
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Chronic Myokymia Limited to the Eyelid Is a Benign Condition
Banik, Rudrani MD; Miller, Neil R. MD Chronic Myokymia Limited to the Eyelid Is a Benign Condition, Journal of Neuro-Ophthalmology: December 2004 - Volume 24 - Issue 4 - p 290-292.
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