Gicht Medikamente
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2020

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Die Behandlung von Gicht ist eine komplexe Aufgabe. Medikamente können hier eine entscheidende Rolle einnehmen, um die schlimmsten Beschwerden zu lindern oder gar vorzubeugen.

Da gerade gängige Präparate der Schulmedizin reich an Nebenwirkungen sind, hat sich in den vergangenen Jahren ein zunehmendes Interesse an naturheilkundlichen Medikamenten entwickelt, von denen viele nach bisherigem Kenntnisstand besser verträglich sind.

Mit unserem großen Medikamente gegen Gicht-Test 2020 wollen wir Dir dabei helfen, das beste Präparat für Dich zu finden, um die Behandlung Deiner Gicht zu unterstützen. Wir haben uns unterschiedliche Medikamente angeschaut und die wichtigsten Fakten für Dich herausgesucht. Außerdem zeigen wir Dir die Vor- und Nachteile der verschiedenen Medikamente auf. Viel Spaß beim Lesen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Medikamente gegen Gicht umfasst alle Präparate, die besonders dazu geeignet sind, die Gicht sowohl kurzfristig, während eines Anfalls, als auch langfristig durch die Vorbeugung von Anfällen zu behandeln.
  • Die verschiedenen Wirkstoffe der jeweiligen Medikamente wirken dabei schmerzlindernd und entzündungshemmend oder auch regulierend auf den Harnsäurespiegel im Blut.
  • Die Einnahme von Medikamenten gegen Gicht bildet nur einen Baustein in der umfassenden Behandlung von Gicht. Aufgrund möglicher Neben- und Wechselwirkung sollte ihre Einnahme mit Bedacht entschieden und durch einen Arzt beobachtet werden.

Medikamente gegen Gicht Test: Favoriten der Redaktion

Die besten Gicht-Medikamente zur Schmerzbekämpfung

Die IBU-ratiopharm akut 400 mg Schmerztabletten sind ein bewährtes Mittel aus der Apotheke gegen die Schmerzen während eines akuten Gichtanfalls. Der Wirkstoff Ibuprofen gehört zur Gruppe der NSAR (nichtstereoidale Antirheumatika), welche in den ärztlichen Leitlinien zur Behandlung von akuter Gicht empfohlen werden.

Die Dosierung von 400 Milligramm ist dabei für die Linderung von leichten bis mäßig starken Schmerzen, sowie zur Fiebersenkung und bei entzündlichen Erkrankungen geeignet. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen auf den Magen, empfiehlt es sich zusätzlich einen sogenannten Magenschutz, z. B. Omeprazol oder Pantoprazol, einzunehmen.

Die besten Gicht-Medikamente gegen Entzündungen

Das OPC Traubenkernextrakt von natural elements bietet das derzeit höchst konzentrierte Nahrungsergänzungsmittel seiner Art. Seine Inhaltsstoffe sind zu 100 % pflanzlich und zudem glutenfrei. Zur Herstellung werden ausschließlich europäische Trauben verwendet.

Die Wirkstoffe sind dabei für den Körper gut verträglich und darüber hinaus gut verfügbar, sodass sie bereits innerhalb einer Stunde ihre höchste Konzentration im Blut erreichen.

In den bisherigen Studien konnten entzündungshemmende und im Zuge dessen auch schmerzlindernde Eigenschaften des Extrakts zunächst nur bei akuter Gicht nachgewiesen werden.  Die enthaltenen Antioxidantien werden hierfür verantwortlich gemacht. Sie sind in der Lage eine Vielzahl freier Radikale zu binden, die an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt sind.

Die besten Gicht-Medikamente gegen weitere Anfälle

Bei den Cherry PLUS Kapseln aus der Montmorency-Sauerkirsche handelt es sich um eine hilfreiche und frei verkäufliche Nahrungsmittelergänzung zur Vorbeugung von Gichtanfällen. Die Wirksamkeit von Sauerkirschen wurde vielfach durch die Forschung bestätigt.

So zeigten Studien, dass die Einnahme als stark konzentriertes Extrakt, das Risiko für einen akuten Gichtanfall um bis zu 45 % senken kann.

Die in Kirschen enthaltenen Antioxidantien wirken entzündungshemmend und regulierend auf die Bildung von Harnsäure. Eine Kapsel vereint dabei das Extrakt aus 40 Kirschen. Aufgrund des geringen Zuckeranteils sind die Kapseln für Diabetiker geeignet. Zudem sind sie laktose- und glutenfrei.

Kauf- und Bewertungskriterien für Medikamente gegen Gicht

Wenn Du nach den besten Medikamenten gegen Gicht im Internet suchst, wirst Du auf sehr viele Informationen und Präparate stoßen. Nachfolgend werden wir Dir zeigen, anhand welcher Aspekte du Dich zwischen dieser Vielzahl an möglichen Medikamenten entscheiden kannst.

Die Kriterien, mit deren Hilfe Du Medikamente gegen Gicht miteinander vergleichen kannst, umfassen:

Wirkungsweise

Je nachdem, wofür Du das Medikament brauchst, ob kurzfristig gegen die Schmerzen oder langfristig zur Vorbeugung eines Anfalls, kann man zwischen schmerz- und entzündungshemmenden sowie Harnsäure senkenden Präparaten unterscheiden.

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Dabei wirken gerade schmerz- und entzündungshemmende Medikamente nur symptomatisch und führen langfristig nicht zu einer Verbesserung der Beschwerden.

Sie dienen in erster Linie dazu, Entzündungsprozesse im Körper zu unterbrechen und die dadurch entstehenden Schmerzen zu senken.

Zu ihnen zählen z. B. Ibuprofen und Diclophenac als sogenannte NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika), Colchicin und Cortisol.

Harnsäure senkende Medikamente verfolgen das langfristige Ziel, den Harnsäurespiegel im Blut zu senken, damit sich keine Harnkristalle mehr in den Gelenken bilden können. Hierfür unterscheidet man zwischen Medikamenten, die die Ausscheidung von Harnsäure fördern, und welchen, die die Bildung von Harnsäure hemmen.

Inhaltsstoffe

Chemisch-synthetische Inhaltsstoffe wurden speziell im Bereich der Pharmazie und Medizin für bestimmte Krankheiten und Beschwerden entwickelt. Ihre Wirkung wurde während ihres Entwicklungsprozesses mehrfach im Rahmen von Studien wissenschaftlich bestätigt. Nur so haben sie ihre Zulassung als Medikament erhalten können.

Die Inhaltsstoffe von Medikamenten können pflanzlich oder chemisch-synthetisch sein.

Pflanzliche Inhalts- und Wirkstoffe werden dagegen zunehmend beliebter, da viele in ihnen die Möglichkeit sehen, ihren Beschwerden auf natürlichem Wege zu begegnen. Die Wirkung von Heilpflanzen basiert dabei auf teils jahrhundertelanger Erfahrung und wird erst allmählich in aktuellen wissenschaftlichen Studien untersucht.

Pflanzliche Inhaltsstoffe können dabei ähnliche Wirkungen haben wie ihre chemisch-synthetischen Kollegen. Sie können entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken aber auch positive Auswirkungen auf den Harnsäurespiegel im Körper haben.

Beide Formen von Inhaltsstoffen sind nicht ohne Neben- und Wechselwirkungen. Sprich vor der Einnahme mit Deinem Arzt, ob beispielsweise ein Wechsel zu einem pflanzlichen Präparat in Deiner individuellen Situation eine Alternative darstellt.

Darreichungsform

Je nach Schweregrad der Gicht und dem Ausmaß des akuten Gichtanfalls können schmerz- und entzündungshemmende Medikamente in verschiedenen Formen angewendet werden. So lässt sich hier zwischen Salben, Tabletten und Injektionen unterscheiden.

Form Beispiele Anwendungsbereiche
Salben, Gele und Sprays Voltaren Schmerzgel, Mobilat Schmerz- und Gelenk-Salbe Die enthaltenen Wirkstoffe gehören zur Gruppe der NSAR und werden in dieser Form nur bei leichten Beschwerden lokal am betroffenen Gelenk aufgetragen. Sie wirken leicht schmerzstillend und entzündungshemmend.
Tabletten, Kapseln, Zäpfchen Ibuprofen Schmerztabletten, Prednisolon Diese Form ist am weitesten verbreitet zur Schmerzbehandlung, da sie schnell wirken. Sie eignen sich zur Behandlung starker Beschwerden, sollten aber aufgrund möglicher Nebenwirkungen nicht über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen werden.
Injektionen Prednisolon Injektionen stellen in der Regel die letzte Option bei der Behandlung eines akuten Gichtanfalls dar. Sie werden nur bei äußerst starken Schmerzen und in größeren Gelenken, wie z.B. dem Knie, verabreicht.

Harnsäure senkende Medikamente zur langfristigen Behandlung von chronischer Gicht, wie z. B. Allupurinol oder Benzbromaron, werden in der Regel nur in Tablettenform verabreicht.

Pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel zur unterstützenden Behandlung und Vorbeugung von Gichtanfällen gibt es als Kapseln, Tabletten, Konzentrate, Säfte oder Tees.

Rezeptpflichtigkeit

Grundsätzlich lassen sich Medikamente in drei Kategorien einteilen: frei verkäuflich, apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig. Die gesetzlichen Vorgaben hierzu finden sich in § 43 und § 44 des Arzneimittelgesetzes (AMG).

Frei verkäufliche Medikamente findest Du auch außerhalb von Apotheken in Drogerien und Reformhäusern. Hierzu zählen Arzneimittel, die ausdrücklich nicht zur Heilung oder Linderung von Krankheiten, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden vorgesehen sind. Darüber hinaus gilt dies für alle Darreichungsformen von Heilwässern und Heilerden, sowie Pflanzenpräparaten, sofern sie mit ihrem verkehrsüblichen deutschen Namen bezeichnet werden.

Apothekenpflichtige Medikamente dürfen nur in Apotheken oder über Online-Apotheken verkauft werden. Sie werden daher auch als “Over the Counter”-Präparate, kurz OTC, bezeichnet. Für diese Medikamente ist eine spezielle Aufklärung über die Einnahme und mögliche Neben- und Wechselwirkungen durch einen Apotheker notwendig.

Eine Behandlung mit Hilfe verschreibungspflichtiger Medikamente muss regelmäßig durch einen Arzt kontrolliert werden, z. B. durch regelmäßige Blutuntersuchungen.

Rezeptpflichtige Medikamente müssen durch einen Arzt auf Grundlage einer Diagnose verordnet und über eine Apotheke ausgegeben werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Einnahme unter ärztlicher Beobachtung erfolgt. Dies trifft vor allem auf Medikamente zu, deren Einnahme nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen darf, die starke Neben- und Wechselwirkungen aufweisen, sowie neue Medikamente.

Ratgeber: Fragen, mit denen du dich beschäftigen solltest, bevor du ein Medikament gegen Gicht kaufst

Vor dem Kauf eines Medikaments gegen Gicht gibt es einige Dinge, die Du beachten solltest. In den folgenden Abschnitten haben wir Dir einige davon zusammengefasst und detaillierter dargelegt.

Was ist das Besondere an Medikamenten gegen Gicht?

Gerade Medikamente zur Senkung des Harnsäurespiegels im Blut sind speziell für die Behandlung von Gicht entwickelt worden. Mit ihrer Hilfe ist es möglich gichtbedingten Beschwerden, unabhängig vom betroffenen Gelenk, systemisch, das heißt körperlich ganzheitlich, vorzubeugen.

Mit ihrer Hilfe lässt sich die Ursache von Gicht, der erhöhte Harnsäurespiegel im Blut, dauerhaft beheben. Voraussetzung dabei ist, dass sie regelmäßig und über lange Zeit eingenommen werden, um dauerhaft wirken zu können.

Medikamente gegen Gicht-1

Medikamente sind nur ein Bestandteil bei der Behandlung von Gicht. Die richtige Ernährung spielt auch eine sehr wichtige Rolle.
(Bildquelle: Iñigo De la Maza / Unsplash)

Schmerzmittel, wie sie bei akuten Gichtanfällen angewendet werden, haben hingegen ein breites Anwendungsspektrum. Sie werden bei einer Vielzahl möglicher Schmerzen angewendet, z. B. bei Zahn- und Rückenschmerzen, Arthritis oder Autoimmunerkrankungen.

Welche Arten von Medikamenten gegen Gicht gibt es?

Bei Gicht handelt es sich um eine in Schüben verlaufende Stoffwechselerkrankung. Entsprechend unterscheidet man zwischen Medikamenten, die Du gezielt während eines akuten Anfalls nutzen kannst und Medikamenten, die Du langfristig einnimmst, um diesen akuten Anfällen vorzubeugen.

Medikamente zur Behandlung eines akuten Gichtanfalls

Um die Schmerzen während eines Gichtanfalls zu lindern und den Entzündungsprozess zu stoppen, werden schmerz- und entzündungshemmende Medikamente verabreicht.

Vorteile
  • vielseitig einsetzbar
  • schnelle Wirkung
  • ohne Rezept in der Apotheke erhältich
Nachteile
  • Nebenwirkungen
  • wirken nur gegen die Symptome und nicht gegen die Ursache von Gicht
  • langzeitige Einnahme sollte vermieden werden

Je nach Intensität der Schmerzen und individueller Situation kommen unterschiedlich starke Medikamente zum Einsatz. Man unterscheidet drei verschiedene Formen, die auf unterschiedliche Weise auf die Entzündungsprozesse und Schmerzen während eines Gichtanfalls wirken:

  • NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika): Diese Gruppe unterbricht den Entzündungsprozess, indem sie die dafür notwendige Enzyme hemmen. Dadurch wirken sie gegen typische Entzündungszeichen wie Schwellungen, Schmerzen und, je nach Präparat, auch gegen Fieber. Am häufigsten vertreten sind hier Ibuprofen und Diclophenac.
  • Colchicin: Hierbei handelt es sich um das Gift der Herbstzeitlosen, welches bereits in der Antike zur Behandlung der Gicht angewendet wurde. Es wirkt auf die weißen Blutkörperchen, indem es diese daran hindert, die im Gelenk entstandenen Harnkristalle aufzunehmen und entzündungsfördernde Zellgifte zu produzieren. Aufgrund seiner starken Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, wird es nur noch selten angewendet.
  • Cortison: Cortisonhaltige Medikamente werden bereits seit den 1950er Jahren gegen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen des Körpers verwendet, um Reaktionen des Immunsystems zu schwächen. Der chemische Aufbau des Cortisons ist dabei eine inaktive Form des Cortisols, einem körpereigenen Stresshormon, das auch in der Nebennierenrinde produziert wird.

Aufgrund der auch langfristigen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln solltest Du auf eine dauerhafte Einnahme dieser Medikamente verzichten. So kann Ibuprofen beispielsweise zu unangenehmen Magenbeschwerden führen. Du kannst sie zwar vorbeugend gegen die Schmerzen eines akuten Gichtanfalls einnehmen, wenn sich dieser bereits ankündigt, jedoch sollten sie keine dauerhafte Lösung sein.

Medikamente zur Behandlung chronischer Gicht

Das Ziel der Behandlung chronischer Gicht besteht darin, den Harnsäurespiegel im Blut dauerhaft zu senken. So soll verhindert werden, dass sich neue Harnsäurekristalle in den Gelenken bilden können.

Vorteile
  • vorbeugend gegen Gichtanfälle
  • dauerhafte Wirkung auf die Ursache von Gicht (Harnsäurespiegel)
  • kombinierbar
Nachteile
  • rezeptpflichtig,Nebenwirkungen
  • sehr lange, teils lebenslange Einnahme notwendig

Grundlegend werden hier zwei Gruppen von Harnsäure senkenden Medikamenten unterschieden:

  • Urikosurika: Diese Medikamente fördern die Ausscheidung von Harnsäure, indem sie deren Wiederaufnahme durch die Nieren hemmen. Die zwei gängigsten Präparate sind hierbei Benzbromaron und Probenecid. Ein Nachteil bei ihrer Einnahme besteht darin, dass die Ausscheidung anderer Stoffe über die Nieren gemindert wird. Daher sollten sie nicht bei Nierensteinen oder Niereninsuffizienz angewendet werden.
  • Urikostatika: Medikamente wie diese hemmen die Bildung von Harnsäure in den Nieren insgesamt. Die am meisten verschriebenen Präparate sind Allopurinol und Febuxostat. Auch hier sind zahlreiche Nebenwirkungen aus Studien bekannt. Da beide Präparate über die Leber vom Körper abgebaut werden und sie durch ihre Wirkungsweise die Nierentätigkeit beeinflussen, sollten sie nicht bei bereits bestehenden Leber- oder Nierenschäden verschrieben werden.

Medikamente zur Behandlung chronischer Gicht müssen über einen langen Zeitraum, teilweise sogar ein Leben lang, unter ärztlicher Beobachtung eingenommen werden. Dabei ist es wichtig, dass Du regelmäßig Deine Blutwerte überprüfen lässt, um sicherzugehen, dass die Medikamente für Dich richtig dosiert sind.

Für wen sind Medikamente gegen Gicht geeignet?

Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, wie z. B. Ibuprofen oder Diclophenac, kannst Du bereits bei erstmalig auftretenden gichtbedingten Gelenkschmerzen einnehmen, um Deine Beschwerden zu lindern. Aufgrund der Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt empfiehlt es sich, zusätzlich Omeprazol oder Pantoprazol zum Schutz des Magens einzunehmen.

Welche Medikamente hier für Dich genau in Frage kommen und wie lange Du diese am besten einnimmst, kannst Du mit deinem behandelnden Hausarzt besprechen.

Harnsäure senkende Medikamente bekommst Du, wenn Du die ärztliche Diagnose Gicht oder auch Gichtarthritis erhälst. Dafür wird zum Einen ein Bluttest gemacht, um den Harnsäurespiegel in Deinem Blut zu bestimmen. Der Grenzwert hierfür liegt bei 6,5 Milligramm pro Deziliter (mg / dl). Zum Anderen wird ein Ultraschall oder spezielles CT (Computer-Tomographie) von Deinem betroffenen Gelenk gemacht.

Medikamente gegen Gicht-2

Gicht ist eine ernst zunehmende Erkrankung. Nimm daher keine Medikamente ohne Dich vorher von Deinem Arzt oder einem Apotheker entsprechend beraten und aufklären zu lassen.
(Bildquelle: Laurynas Mereckas / Unsplash)

Sind die Ergebnisse beider Untersuchungen auffällig, wird Dein Arzt eine langfristige Therapie mit Harnsäure senkenden Medikamenten in Betracht ziehen. Diese erfolgt dann meist unterstützend zu einer Ernährungsumstellung.

Was kosten Medikamente gegen Gicht?

Die Preise für Medikamente gegen Gicht hängen stark davon ab, ob sie rezeptpflichtig, apothekenpflichtig oder frei verkäuflich sind.

Für rezeptpflichtige Medikamente, deren Einnahme durch einen Arzt angeordnet und beobachtet wird, gelten besondere Vorgaben für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten für die verschriebenen Medikamente werden großteils von der Krankenkasse übernommen. Der Versicherte muss dennoch ab einer gewissen Höhe eine Zuzahlung leisten. Die Höhe der Zuzahlung bemisst sich dabei am Preis des Medikaments.

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Grundsätzlich gilt, dass der Versicherte 10 % des Preises eines Medikaments, mindestens jedoch 5 €, zuzahlen muss.

Die obere Grenze für die Zuzahlung beträgt maximal 10 €.

Konkret bedeutet das, dass Du für Medikamente, die zwischen 5 und 50 € kosten, in der Apotheke 5 € zuzahlen musst. Medikamente, die zwischen 51 und 99 € kosten, verlangen eine Zuzahlung von 10% des Medikamenten-Preises. Ab einem Preis von 100 € müssen 10 € durch den Versicherten zugezahlt werden.

Apothekenpflichtige Medikamente, hier vor allem Schmerzmittel für die Behandlung eines akuten Gichtanfalls, bewegen sich für Tabletten je nach Packungsgröße in einer Preisspanne von 1,50 bis 9,50 €. Schmerzstillende Salben und Gele können zwischen 3 und 42 € kosten.

Frei verkäufliche Medikamente, wie z. B. Nahrungsergänzungsmittel, für die ergänzende Behandlung von Gichtbeschwerden und chronischer Gicht zeigen die größten Preisunterschiede. Hier gibt es Präparate zwischen 8 und 120 €.

Wo kann ich Medikamente gegen Gicht kaufen?

Vor Ort kannst Du Medikamente gegen Gicht vor allem in der Apotheke kaufen. Einige pflanzliche Präparate sowie Nahrungsergänzungsmittel zur unterstützenden Behandlung findest Du darüber hinaus auch in Drogerien und Reformhäusern. Wenn Du Dich für eine Bestellung über einen Online-Shop entscheidest, können wir die folgenden Shops und Versandapotheken hierfür empfehlen:

  • Amazon
  • Shop-Apotheke
  • DocMorris

In den aufgelisteten Shops kannst Du Dich anhand der Kundenbewertungen zu den Erfahrungen anderer Käufer belesen.  Darüber hinaus bieten die Versandapotheken die Möglichkeit Original-Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente portofrei einzusenden. Alle Medikamente, welche in diesem Artikel aufgezeigt werden, verlinken wir zu den jeweiligen Shops.

Welche Nebenwirkungen gibt es bei Medikamenten gegen Gicht?

Je nach Art des Medikaments können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. In erster Linie kommt es hier auf die Verträglichkeit des Wirkstoffs an.

In der folgenden Tabelle haben wir Dir die häufigsten Nebenwirkungen der jeweils gängigsten Medikamente aufgelistet:

Medikament die häufigsten Nebenwirkungen
NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclophenac, etc.)
  • Störungen des Magen-Darm-Trakts, z. B. als krampfartige Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen bis hin zu Blutungen in Magen und Darm
  • eingeschränkte Reaktionsfähigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Stimmungsveränderungen
  • Wassereinlagerungen
  • Hautausschläge
Colchicin
  • Übelkeit, Durchfall, Erbrechen
  • Muskelschwäche, Muskelerkrankungen
  • Nierenschäden
  • Juckreiz, Brennen der Haut
Cortison

Gerade bei langfristiger Einnahme, das heißt länger als 10 Tage, kann es unter anderem zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Störungen des Immunsystems, z. B. Verschleierung von Infektionen
  • Störungen des Hormonsystems, z. B. hoher Cortisolspiegel im Blut (Cushing-Syndrom), vergrößerte Brustdrüsen beim Mann (Gynäkomastie), hoher Blutzucker, Diabetes, Zyklusstörungen bei Frauen, vermindertes Wachstum bei Kindern
  • Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts: z. B. Wassereinlagerungen, Ödeme, Bluthochdruck
  • Störungen des zentralen Nervensystems: Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Depressionen, Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen
  • Störungen des Magen-Darm-Trakts: z. B. Magen- und Darmgeschwüre (vor allem in Kombination mit NSAR), Blutungen, vermehrter Appetit, Gewichtszunahme
  • Störungen der Haut: z. B. Hautveränderungen, Akne, schlechte Wundheilung
  • Störungen des Muskel- und Bewegungsapparats: z. B. Osteoporose, Muskelschwäche, Muskelschwund
  • Störungen des Blutsystems: z. B. Blutbildstörungen, erhöhtes Thromboserisiko
Urikosurika (z. B. Benzbromaron und Probenecid)
  • Verdauungsstörungen: z. B.  Appetitmangel, Übelkeit, Brechreiz, Völlegefühl und Durchfall
  • Hautreaktionen, Haarausfall, Juckreiz
  • Kopfschmerzen und Benommenheit
Urikostatika (z. B. Allopurinol und Febuxostat)
  • Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Hautreaktionen
  • speziell Febuxostat: akute Gichtanfälle, Leberfunktionsstörungen, Kopfschmerzen und Ödeme.

Unsere Tabelle  zeigt lediglich Auszüge der bekannten Nebenwirkungen. Für genauere Informationen und vielleicht auch Alternativen kannst Du Dich von Deinem behandelnden Arzt oder durch einen Apotheker beraten lassen.

Gibt es Medikamente, auf die ich verzichten sollte, weil sie einen Gichtanfall auslösen können?

Du solltest auf alle Medikamente verzichten, die sich auf den Harnsäurespiegel in Deinem Blut auswirken können. Hierzu zählen beispielsweise Aspirin und sogenannte Diuretika.

Aspirin und Diuretika können zu Gichtanfällen führen.

Auch wenn Aspirin zu den gängigsten Schmerzmitteln und sogar zur Gruppe der bereits erwähnten NSAR gehört, kann sich damit Deine Gicht verschlimmern und sogar ein akuter Anfall ausgelöst werden, da der Wirkstoff Acetylsalicylsäure die Ausscheidung von Harnsäure mindert und dadurch der Spiegel in Deinem Blut steigen kann.

Als Diuretikum, im Plural auch Diuretika, wird eine Klasse von Medikamenten zur Behandlung von Bluthochdruck und Wassereinlagerungen bezeichnet. Sie wirken entwässernd und harntreibend. Dies wiederum sorgt für einen steigenden Harnsäurespiegel im Blut. Wenn Du unter Gicht und Bluthochdruck leidest, sind Blutdruck senkende Medikamente aus der Klasse der Kalziumantagonisten oder Losartan besser geeignet.

Welche Alternativen gibt es zu Medikamenten gegen Gicht?

Um die Behandlung Deiner Gicht zu unterstützen und damit die Notwendigkeit von Medikamenten zu verringern, kannst Du auf verschiedenste Alternativen zurückgreifen. Welche Alternativen das sein können und was sie ausmacht, haben wir in der folgenden Tabelle für Dich zusammengefasst.

Alternative Merkmale
Ernährungsumstellung Eine Ernährungsumstellung ist mit eine der ersten Maßnahmen, die Ärzte in die Behandlung von Gicht mit einbinden. Sie wird auch als purinarme Diät bezeichnet. Purine sind die Inhaltsstoffe in der Nahrung, die vom Körper in Harnsäure umgewandelt werden. Lebensmittel, auf die Du daher verzichten solltest, sind z. B. Spinat, Hülsenfrüchte, Fisch, Fleisch und Innereien. Auch Alkohol solltest du vermeiden.
Gewichtsreduktion Übergewicht zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren und Auslösern für einen Ausbruch von Gicht. Neben der Ernährungsumstellung lautet eine weitere Aufgabe für Betroffene oft, ihr Gewicht zu reduzieren.
Hausmittel Einfache Hausmittel eigenen sich besonders dafür, die Schmerzen eines akuten Gichtanfalls unterstützend zu lindern. Hierfür kann man z. B. Quark- und Essigwickel um das betroffene Gelenk legen und es so kühlen. Zusätzlich solltest Du das Gelenk schonen und hochlagern, um es zu entlasten.
physikalische Therapie Eine physikalische Therapie umfasst Maßnahmen wie Massagen, Physio- oder Ergotherapie. Das zentrale Ziel dieser Behandlungsoptionen ist es, gichtbedingte Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen oder zu erhalten.
Homöopathische Mittel Homöopathie bezeichnet eine Behandlungsmethode aus dem Bereich der Alternativmedizin. Das grundlegende Prinzip besteht darin, Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen. Das heißt hier speziell, dass Arzneimittel eingesetzt werden, die bei gesunden Patienten Gicht-ähnliche Symptome verursachen, z. B. Bienengift, Tollkirsche, Zaunrübe und Sumpfporst. Die Wirksamkeit dieser Mittel konnte wissenschaftlich bisher nicht bestätigt werden.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.gichtliga.de/informationen-zu-medikamenten/zur-besonderen-beachtung.html

[2] https://www.gichtinfo.de/medikamente/

[3] https://hilfe-bei-gicht.de/medikamente/

[4] Zhang Y, Neogi T, Chen C, Chaisson C, Hunter DJ, Choi HK. Cherry consumption and decreased risk of recurrent gout attacks. Arthritis Rheum. 2012;64(12):4004-4011. doi:10.1002/art.34677

[5] Liu HJ, Pan XX, Liu BQ, et al. Grape seed-derived procyanidins alleviate gout pain via NLRP3 inflammasome suppression. J Neuroinflammation. 2017;14(1):74. Published 2017 Apr 4. doi:10.1186/s12974-017-0849-y

Bildquelle: Białasiewicz/ 123rf.com

Warum kannst du mir vertrauen?

Michael hat sich schon immer für alles interessiert, was mit dem menschlichen Körper zusammenhängt. Um auch in anderen diese Leidenschaft zu entfachen, hat er medizinischen Journalismus studiert. Dort lernte er nicht nur viel über den menschlichen Körper und verschiedene Arzneimittel, sondern auch, wie man dieses Wissen am besten weitergeben kann.