Nasennebenhöhlenentzündung Medikamente
Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2020

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Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist eine typische Volkskrankheit, die im Regelfall nach 1 -2 Wochen abklingt. Trotzdem ist der Krankheitsverlauf oft ziemlich unangenehm und kann in unglücklichen Fällen auch zu einem chronischen Leiden werden. Nachdem die Medikamente gegen Nasennebenhöhlenentzündungen recht vielfältig sind und die Krankheit bei jedem etwas anders verläuft, ist das Thema etwas verwirrend.

Wir bieten dir mit unserem Nasennebenhöhlenentzündung-Medikamente Test 2020 eine ausführliche wissenschaftliche Grundlage zu der Krankheit. In unserem Test erfährst du das Wichtigste über Symptome, Medikamente, Nebenwirkungen und Vielem mehr.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten akuten Nasennebenhöhlenentzündungen heilen nach 2 Wochen von alleine. Dauert die Entzündung länger als 12 Wochen, handelt es sich um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung und bedarf ärztlicher Behandlung.
  • Je nachdem, ob die Erkrankung akut oder chronisch ist, kommen andere Medikamente in Frage. Da andere Faktoren, wie Allergien, Vorerkrankungen und Alter ebenfalls eine Rolle bei der Wahl des Medikaments spielen, sollte im Zweifelsfall vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden.
  • Eine Nasennebenhöhlenentzündung vollständig zu “heilen” ist eher unwahrscheinlich. Obwohl die Medikamente in der Regel die Krankheit nicht verkürzen können, machen sie den Verlauf um einiges erträglicher.

Nasennebenhöhlenentzündung Medikamente Test: Favoriten der Redaktion

Das beste abschwellende Nasenspray

Das abschwellende Nasenspray von Nasic enthält als Hauptwirkstoffe Xylometazolin und Dexpanthenol. Während das Xylometazolin die Blutgefäße in der Schleimhaut verengt und so für einen leichteren Sekretfluß sorgt, wirkt das Dexpanthenol heilend für die Schleimhäute. Das Nasenspray kann ab dem Schulkindalter bis zu drei mal täglich benutzt werden. Für jede Benutzung jeweils einen Sprühstoß pro Nasenloch verwenden.

Dieses rezeptfreie, abschwellende Nasenspray ist ein äußerst schnelles und effizientes Mittel die Nase wieder freizubekommen. Besonders die intelligente Kombo aus Xylometazolin und Dexpanthenol vereint abschwellende und feuchtigkeitsspendende Effekte miteinander. Dadurch ist maximale Effizienz bei gleichzeitiger Schonung der Schleimhaut gewährleistet.

Das beste Nasenspray für Allergiker

Das Mometahexal Heuschnupfenspray von Hexal ist ein kortisonhaltiges Heuschnupfenspray, welches speziell für den Gebrauch für Allergiker gemacht ist. Es enthält das Kortison Mometasonfuroat, welches ein besonders gut geeignetes Mittel gegen saisonale und allergisch bedingte Sinusitis darstellt. Einmal täglich sollte das Nasenspray angewendet werden. Pro Anwendung sind dabei 1-2 Sprühstöße empfohlen.

Dieses Heuschnupfenspray von Hexal ist ein Medikament, was bei jedem Heuschnupfenallergiker im Alter über 14 Jahren im Kulturbeutel liegen sollte. Der hocheffiziente Wirkstoff sorgt für eine erhebliche Linderung der lästigen, saisonalen Symptome und ist dabei schonend zu den Schleimhäuten.

Das beste Nasenspray für die leichte Entzündung

Das abschwellende Nasenspray von tetesept ist eine besonders schonende Möglichkeit die nasalen Atemwege zu befreien. Das feuchtigkeitsspendende Dexapanthenol und die hypertone Salzlösung sorgen für eine komplikationsfreies Abschwellen der Nasenschleimhaut. Weitere Zusatzstoffe wie Pfefferminz oder Eukalyptusöl unterstützen den befreienden Effekt.

Durch die besondere Verträglichkeit des Produktes kannst du das Nasenspray auch bei Kindern ab 2 Jahren anwenden. Das Medikament wirkt sehr milde und kann problemlos öfters am Tag verwendet werden. Das ideale Nasenspray für eine lange und sichere Anwendung.

Kauf- und Bewertungskriterien für Medikamente gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung

Auf dem Arzneimittelmarkt gibt es eine Vielzahl verschiedener Medikamente gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung. Dabei lohnt sich oft ein prüfender Blick auf das Produkt. Die unterschiedlichen Kriterien, anhand derer du die Medikamente gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung einschätzen kannst sind Folgende:

Nimm dir vor deiner Kaufentscheidung auf jeden Fall ein paar Minuten Zeit, um abzuwägen welches Medikament für deine Situation das Beste ist.

Verträglichkeit

Medikamente gegen Nasennebenhöhlenentzündungen sind recht vielfältig und haben unterschiedliche Wirkweisen. Dementsprechend können sie je nach Medikament und generellem körperlichen Zustand des Patienten eine andere Verträglichkeit haben.

Besondere Vorsicht ist am meisten bei den Antibiotika geboten. Diese können mitunter starke Nebenwirkungen enthalten und Magen und Darm deutlich belasten.

Darüber hinaus ist auch immer die Gefahr gegeben, dass bestimmte Krankheitserreger Resistenzen gegen Antibiotikum entwickeln.

Bei Kindern, Schwangeren und Patienten mit Vorbelastungen ist die Anwendung von Kortison nicht empfohlen. Besonders bei längerem Gebrauch können bei einem eingeschränkt belastbaren Körper Nebenwirkungen entstehen. (1)

Wirkung

Medikamente gegen Nasennebenhöhlenentzündungen haben unterschiedliche Arten ihre Wirkung zu entfalten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um abschwellende, schleimlösende und bakterienabtötende Wirkmechanismen.

Abgesehen vom Antibiotikum, welches die bakteriellen Krankheitserreger direkt angreift, funktionieren die anderen Medikamente gegen Sinusitis eher indirekt. Abschwellende Medikamente verringern die Größe der Blutgefäße in den Schleimhäuten.

Dadurch schwillt die Entzündung etwas ab und die Atmung fällt dir leichter. Bei schleimlösender Wirkung wird das Nasensekret etwas verdünnt, sodass er besser abfließen kann.

Kurz gesagt: Die Medikamente gegen Sinusitis verkürzen die Krankheit nicht; sie machen sie erträglicher.

Diese Wirkweisen erzeugen vor allem eine kurzfristige Linderung der Schmerzen und lösen teilweise die Blockierung der Atemwege. Den Kampf gegen die Viren führt der Körper aber alleine.

Rezeptpflichtig / Rezeptfrei

Die Einnahme von Medikamenten ist nicht ganz gefahrlos. Alles, was eine Wirkung hat, besitzt auch eine Nebenwirkung. Darum ist es besonders bei Medikamenten mit stärkeren Wirkstoffen unerlässlich den Arzt des Vertrauens mit einzubeziehen, wenn es um die Medikamentauswahl geht.

Einige Medikamente sind dabei rezeptpflichtig oder verschreibungspflichtig. Nur ein praktizierender Arzt kann dir also ein Rezept ausstellen, mit dem du in der Apotheke deine Arzneimittel abholen kannst. Halte dich dabei unbedingt an die vom Arzt vorgegebene Dosierung; auch wenn die Verpackungsbeilage etwas anderes empfiehlt. Der Arzt kann deine individuelle Situation besser einschätzen.

Ratgeber: Häufig gestellte Fragen zum Thema Medikamente gegen Nasennebenhöhlenentzündung ausführlich beantwortet

Rund um das Thema Nasennebenhöhlenentzündung und wie man diese behandelt, kursieren im Internet eine Vielzahl an Fragen. Die wichtigsten davon haben wir für dich gesammelt und ausführlich beantwortet.

Wie entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Im menschlichen Schädel gibt es kleinere Hohlräume, die mit der Nase über einen Kanal miteinander verbunden sind. Dies sind die sogenannten Nasennebenhöhlen. Die Zellen in der Schleimhaut dieser Nebenhöhlen bilden einen Sekretfilm, der unerwünschte Staubteilchen oder Krankheitserreger einfängt.

Über sogenannte Flimmerhärchen wird dieser Sekretfilm zunächst in den Rachen geleitet und gelangt darüber in den Magen. Dort angekommen werden die Schadstoffe unschädlich gemacht.

Nasennebenhöhlenentzündung Medikamente-1

Die Nase und ihre Nebenhöhlen sind ein ausgezeichnetes “Reinigungssystem”. Entzündet sich die Schleimhaut allerdings durch einen Schnupfen, kann das zu einer Sinusitis führen
(Bildquelle: unsplash / Brittany Colette).

Dieses Reinigungssystem kann allerdings über eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) angegriffen werden. Im Regelfall beginnt eine solche Entzündung mit einer normalen Erkältung (Rhinitis).

Die gereizte Schleimhaut schwillt an und blockiert die Verbindungskanäle zwischen Nase und Nebenhöhle. Das Resultat: Das Sekret kann nicht abfließen, woraus ein fruchtbarer Nährboden für Krankheitserreger entsteht. Aus diesem bildet sich wiederum eine akute Nasennebenhöhlenentzündung.

Eine akute Sinusitis entsteht meistens viral, während eine bakterielle Sinusitis äußerst selten vorkommt .

In den meisten Fällen entsteht eine akute Sinusitis viral, durch eine normale Erkältung, während eine bakterielle Sinusitis nur in 0.5 bis 2 % der Fälle vorkommt. (2) Die akute Sinusitis ist eine äußerst häufig auftretende Volkskrankheit, die jährlich zwischen 1 -5 % der erwachsenen Bevölkerung Europas betrifft. (3)

Abgesehen davon gibt es auch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Diese geht normalerweise auf eine anatomische Ursache zurück oder hängt mit einem schwachen Immunsystem zusammen. So kann zum Beispiel auch eine schiefe Nasenscheidewand, ein Heuschnupfen oder eine asthmatische Erkrankung die Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen.

Was sind die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung erfährt man zunächst die typischen Krankheitssymptome wie ein Gefühl von Schlappheit, Fieber, Kopfschmerzen, verstopfte Nase und Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes. (2, 4)

Was etwas spezieller für diese Form der Entzündung ist, ist die Tatsache, dass die Kopfschmerzen sich auf bestimmte Bereiche im Schädel konzentrieren. Abhängig davon welche Nasennebenhöhle infiziert ist, sitzt auch der Kopfschmerz woanders.

Liegt der Schmerz zum Beispiel eher im Bereich der Stirn oder der Augenhöhlen, dann handelt es sich möglicherweise um eine Entzündung in der Stirnhöhle. Hast du eher ein drückendes Gefühl im Kieferbereich oder im Hinterkopf, kann das ein Hinweis für eine Infektion in der Kieferhöhle sein.

Nasennebenhöhlenentzündung Medikamente-2

Ein Nasenspray verkürzt zwar nicht die Dauer der Sinusitis, allerdings hilft es die Symptome schnell und kurzfristig zu lindern
(Bildquelle: pixabay / Thorsten Frenzel).

Besonders beim Vorbeugen oder beim Ausführen schnellerer Bewegungen berichten die meisten Patienten eine Verschlimmerung der Symptome. Typisch ist auch der merkbare Abfluss des Sekretes in den Rachen.

Menschen mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung spüren diese Symptome normalerweise in einer etwas abgeschwächten Form. Dabei konzentrieren sich die Symptome eher auf ein generelles Gefühl, weniger leistungsstark zu sein.

Wie lange dauert eine Nasennebenhöhlenentzündung?

In den meisten Fällen heilt eine akute Nasennebenhöhlenentzündung nach 1- 2 Wochen auch ohne Medikamente aus. (5) In komplizierten Fällen kann die Entzündung auch bis zu 8 – 12 Wochen dauern.

Bleiben die Symptome über diesen Zeitrahmen bestehen, kann es sein, dass sich die akute Nasennebenhöhlenentzündung zu einer chronischen entwickelt. (6) Ferner kann sich die Entzündung auch auf weitere Körperteile, wie Hals oder Ohren ausbreiten.

Dauert die Sinusitis länger als 12 Wochen, handelt es sich um eine chronische Entzündung.

Dauert eine Nasennebenhöhlenentzündung also länger oder sind die Symptome sehr stark ausgeprägt, ist es sinnvoll, dass du einen Arzt aufsuchst. Bis dahin kannst du dir mit verschiedenen Medikamenten und Hilfsmitteln etwas Linderung verschaffen.

Wichtig zu verstehen ist auch, dass die verschiedenen Medikamente in der Regel nicht die Krankheitserreger direkt angreifen. In den meisten Fällen lösen sie eher Schleim oder verkleinern Gefäße, sodass die Atmung leichter fällt. Die Krankheit wird also nicht verkürzt, sondern erträglicher gemacht.

Was kosten Medikamente gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Medikamente gegen eine Sinusitis gibt es in einer preislichen Spanne zwischen 5 – 50 Euro. Kortisonhaltige Nasensprays kannst du in der Preisklasse 8 – 14 Euro kaufen, während abschwellende Nasensprays zwischen 5 und 25 Euro rangieren.

Art Preis in Euro
Kortisonhaltiges Nasenspray 8 – 14
Abschwellendes Nasenspray 5 – 25
Antibiotikum 10 – 50

Das Antibiotikum ist dabei am kostspieligsten und liegt preislich zwischen 10 und 50 Euro.

Wo kann ich Medikamente gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung kaufen?

Apothekenpflichtige oder verschreibungspflichtige Medikamente kannst du auch nur in einer Apotheke kaufen. Trifft das allerdings nicht zu, kannst du klassische Nasensprays oder Tabletten auch in folgenden Geschäften erhalten.

  • Apotheke
  • Reformhaus
  • Drogerie
  • Supermarkt

Natürlich kannst du rezeptfreie Medikamente gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung auch im Internet bestellen.

Welche Arten von Medikamenten gegen Nasennebenhöhlenentzündung gibt es?

Medikamente gegen Nasennebenhöhlenentzündungen gibt es in verschiedenen Dareichungsformen und mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Im Wesentlichen kann man unterscheiden zwischen:

Art Beschreibung
Kortisonhaltige Medikamente Gilt als Erstlinientherapie bei chronischer Sinusitis, besonders Hilfreich bei viralen Allergien
Abschwellende Medikamente Verengt die Zellen der Nasenschleinhaut und sorgt so für einen besseren Sekretabfluss, sehr schnell und effizient, reizt aber auch stark die Schleimhaut
Antibiotikum Nur im Ausnahmefall sinnvoll, hilft nur gegen eine bakterielle Sinusitis

Besonders bei den kortisonhaltigen und den abschwellenden Medikamenten handelt es sich meistens um die klassischen Nasensprays.

Kortisonhaltige Medikamente

Kortison ist in der Medizin ein äußerst wichtiges Medikament, was über ein breit gefächertes Einsatzgebiet verfügt. Im Fachbereich, anders als in der Umgangssprache, bezeichnet man das Kortison allerdings als Glukokortikoid. Streng genommen gibt es nämlich eine Vielzahl an unterschiedlichen Kortisonpräparaten.

Glukokortikoid gilt als “Erstlinientherapie” bei chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen. Im Regelfall verschreibt der Arzt also zunächst einmal ein Kortisonpräparat, wenn es sich um eine chronische Entzündung handelt (7)

Nasennebenhöhlenentzündung Medikamente-3

Bei einer chronischen Sinusitis, wird in erster Linie ein Medikament mit Kortison empfohlen
(Bildquelle: unsplash / National Cancer Institute)

Die Vorteile der Kortisonpräparate sind eindeutig. Das Medikament ist deutlich besser verträglich, als Alternativen wie Antibiotika oder abschwellende Nasensprays. Darum ist ein häufiges Einnehmen auch weniger problematisch. Des Weiteren ist die positive Wirkung besonders auf die Verringerung von Sekret und der Nasenatmung, sowie die Verbesserung der subjektiven Lebensqualität gut dokumentiert. (7)

Besonders das Kortison Mometasonfuroat hat sich als erstklassige Behandlungsoption für saisonbedingte allergische Reaktionen hervorgetan. Das liegt zum einen an seiner vergleichsweise sehr effektiven Behandlung von saisonalebedingten allergischen Sinusitis Symptomen, zum anderen an seinen geringen Medikationskosten. Mometasonfuroat ist somit äußerst wirksam und gleichzeitig kosteneffizient. (8)

Insgesamt gibt es Kortisonpräparate, die man über den Mund einnimmt und solche, die über die Nasenschleimhäute aufgenommen werden. Beim Einnehmen über die Nase können besonders nasale Polypen zurückgebildet werden, aber auch in oraler Form (zum Beispiel als Tabletten) haben Kortisonpräparate lindernde Effekte. In Kombination miteinander können die Präparate eine noch höhere Wirkung entwickeln als bei einzelner Anwendung. (7)

Vorteile
  • gute Verträglichkeit
  • gut geeignet für chronische Sinusitis
  • geringe Medikationskosten (bei Mometason)
Nachteile
  • mögliche Nebenwirkung: Schlafstörungen
  • mögliche Nebenwirkung: Magenbeschwerden

Trotz all dieser positiven Effekte können auch Nebenwirkunge auftreten. Besonders bei der oralen Einnahme von Kortisonpräparaten sind in manchen Fällen Magenbeschwerden oder Schlafstörungen zu beobachten. (7)

Eine häufige Anwendung von kortisonhaltigen Nasensprays oder -tropfen hingegen kann auf Dauer die Schleimhäute reizen. Obwohl sich die Kortisonpräparate bevorzugt für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung eignen, können sie auch die Symptome der akuten Sinusitis lindern. (1)

Abschwellende Medikamente

Abschwellende Medikamente, die im Fachjargon als Dekongestiva bezeichnet werden, haben kurzfristige positive Auswirkungen auf die geschwollene Schleimhaut. Zu diesen Effekten zählen besonders eine freiere Atmung durch die Nase und die Erweiterung der Ostien (Verbindung zwischen Nase und Nebenhöhle). (9)

Im Wesentlichen funktionieren Dekongestiva so, dass sie die Blutgefäße an den Schleimhäuten verringern und somit die Schwellung reduzieren. Das Sekret kann somit besser abfließen und die Atmung fällt dir leichter.

Dekongestiva kannst du systemisch (über Tabletten zum Beispiel) oder lokal (Nasenspray oder -tropfen) einnehmen. Welche dieser Varianten sicherer ist, ist in der Forschung etwas umstritten. Während einige Studien sagen, dass beide Möglichkeiten ungefähr gleich sicher sind (11) bescheinigen andere Untersuchungen den lokalen Medikamenten stärkere Nebenwirkungen. (12)

Insgesamt gilt: Bei abschwellenden Medikamenten immer etwas Vorsicht walten zu lassen. Besonders das häufig im Nasenspray oder -tropfen enthaltene Xylometazolin und Oxymetazolin solltest du nicht länger als 7 Tage hintereinander einnehmen. Ein längeres Einnehmen kann zu dem sogenannten “Rebound Effekt” führen. (7)

Vorteile
  • vergleichsweise schnelle Wirkung
  • erweitert Ostien
  • befreit Nasenwege
Nachteile
  • nicht länger als 7 Tage verwendbar
  • Gefahr des Rebound-Effekts
  • Gefahr der Nasenspraysucht

Dabei lassen die Wirkstoffe des Medikaments die Schleimhäute zunächst abschwellen, um sie später wieder stärker zu durchbluten. Mit einer kurzen Linderung geht dann auch eine spätere Verschlimmerung einher. Dies kann schlussendlich zu einer Nasenspray-Sucht führen.

Abschwellende Medikamente solltest du daher nur für maximal eine Woche einsetzen. Auch empfiehlt es sich die Verpackung genauer in Augenschein zu nehmen. Einige Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid schaden der Schleimhaut zusätzlich und sind für manche Allergiker problematisch. (7)

Solange du die aber abschwellenden Medikamente nur kurzfristig einsetzst, kannst du deine Symptome schnell und effektiv lindern.

Antibiotikum

Allgemein gesagt solltest du um Antibiotikum als ein Medikament gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung eigentlich einen großen Bogen machen. Dieses Medikament ergibt nur in seltenen Fällen bei bestimmten Personengruppen einen Sinn. Sprich also unbedingt mit einem Arzt bevor du auf Antibiotikum zurückgreifst.

Die meisten akuten Nasennebenhöhlenentzündungen gehen auf einen viralen Erreger zurück, sodas eine Behandlung mit Antibiotika nicht zielführend ist. Selbst, wenn es sich bei der akuten Sinusitis um einen bakteriellen Erreger handelt, ist Antibiotikum meistens nicht erforderlich. (1)

Vorteile
  • hilfreich bei ernster bakterieller Entzündung
Nachteile
  • nur sinnvoll bei bakterieller Sinusitis
  • Gefahr, dass Erreger Resistenzen bilden
  • mögliche Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt

Bei einem gesunden Menschen heilt eine akute bakterielle Sinusitis in 80 % der Fälle auch ohne eine Therapie. Den positiven Effekten des Antibiotikums stehen zudem die Nebenwirkungen wie Magen-Darm-probleme gegenüber. Des Weiteren besteht immer die Gefahr, dass das Antibiotikum die Krankheitserreger resistent macht. (7)

In Ausnahmesituationen kann die Behandlung mit Antibiotikum allerdings tatsächlich sinnvoll sein. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Starke Symptome
  • Hohes Fieber über 38,5 Grad
  • Ein schweres Grundleiden oder ein anderes schwerwiegendes Risiko
  • Eine chronisch entzündliche Lungenkrankheit
  • Eine drohende Komplikation (1)

Wenn eine solche Situation bei dir vorliegt, ist ein Gespräch mit einem HNO-Arzt Pflicht. Je nach Situation und Gegebenheit sind unterschiedliche Antibiotika sinnvoll. Oft benötigt eine Therapie für eine ernste Sinusitis auch ergänzende Medikamente oder bestimmte Kombo-Präparate. Eine professionelle, ärztliche Einschätzung ist in diesem Fall also unverzichtbar.

Welche Alternativen gibt es zu Medikamenten gegen Nasennebenhöhlenentzündung?

Obwohl die medikamentöse Behandlung einer Sinusitis im Regelfall zunächst die beste Option ist, gibt es auch andere Wege die Krankheit zu lindern. Dabei sind die Alternativen oftmals auch gute Ergänzungstherapien.

Inhalieren

Die Inhalation von Dämpfen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung ist bei weitem nicht so effektiv wie die Einnahme von Medikamenten. Trotzdem können die heißen Dämpfe den blockierenden Schleim in der Nase lösen und für kurze Zeit die Symptome lindern.

Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung kann die Inhalation einer physiologischen Kochsalzlösung empfohlen werden. Der Dampf sollte dabei idealerweise zwischen 38 und 42°Celsius liegen. (7)

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Effekt von Dampfbädern auf das Krankheitsbild einer Sinusitis nicht gut untersucht ist. Trotzdem können sie leichte positive Effekte auf den Krankheitsverlauf haben.

Kinder sollten allerdings keine heißen Dämpfe inhalieren, da die hohen Temperaturen eine Verbrühungsgefahr darstellen.

Nasenspülung

Bei einer Nasenspülung oder einer Nasendusche wird meistens eine isotonische Kochsalzlösung in die Nase eingeführt. Damit soll die blockierte Nase einmal durchgespült werden und den Schleim lösen. Die Anwendung hat keine starken Nebenwirkungen und eignet sich daher besonders für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Ihre Wirkung ist in der Wissenschaft aber eher umstritten. Allgemein ist die Informationslage über Nasenspülungen sehr begrenzt. Auch in einer umfangreichen Metastudie (13) konnte nur eine einzige Untersuchung eine Überlegenheit der Nasenspülung gegenüber eines Nasensprays mit Kochsalzlösung feststellen. (14)

Operation

Ein operativer Eingriff bei einer Nasennebnehöhlenentzündung sollte immer die letzte verbleibende Möglichkeit darstellen. Sollte eine chronische Sinusitis auch nach jahrelanger konservativer Therapie keine oder keine dauerhafte Verbesserung zeigen, kann eine Operation sinnvoll sein. (1)

Meistens handelt es sich dabei um eine Begradigung der Nasenscheidewand, das Entfernen der nasalen Polypen oder einer funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation. Auch wenn eine solche Operation eher selten die chronische Nasennebenhöhlenentzündung vollständig heilt, liefert sie oft eine langfristige Linderung. Auch sind verschiedene Medikamente effektiver nach einer Operation oder können besser eingenommen werden.

Bildquelle: ightfieldstudios/ 123rf.com

Einzelnachweise (14)

1. Stuck B A, Bachert C, Federspil P, Hosemann W, Klimek L, Mösges R, Pfaar O, Rudack C, Sitter H, Wagenmann M, Hörmann K. Leitlinie„Rhinosinusitis“ der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-OhrenHeilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. HNO 2007 · 55:758–776 DOI 10.1007/s00106-007-1589-6 Online publiziert: 7. September 2007
Quelle

2. Patel Zara M, Hwang Peter H. Patient education: Acute sinusitis (sinus infection) (Beyond the Basics). Sep 2020
Quelle

3. Ah-See K. Sinusitis (acute). BMJ Clin Evid. 2011 Dec 21;2011:0511. PMID: 22189346; PMCID: PMC3275132.
Quelle

4. Ajmal Masood, Ioannis Moumoulidis, Jaan Panesar. Acute rhinosinusitis in adults: an update on current management. 2007 Jun; 83(980): 402–408. doi: 10.1136/pgmj.2006.054767
Quelle

5. Lemiengre MB, van Driel ML, Merenstein D, Liira H, Mäkelä M, De Sutter AIM. Antibiotics for acute rhinosinusitis in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018, Issue 9. Art. No.: CD006089. DOI: 10.1002/14651858.CD006089.pub5
Quelle

6. AMBOSS - Fachwissen für Mediziner. Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
Quelle

7. Beule A, Jobst D , Klimek L, Laudien M, Lell M, Popert U, Stuck B A, Vogl T J. Rhinosinusitis S2k-Leitlinie. AWMF-Register-Nr. 017/049 und 053-012 2017.
Quelle

8. Lange Bernd. Wirksamkeit, Kosten-Wirksamkeit und Verträglichkeit topischer intranasaler Arzneimittel zur Behandlung der allergischen Rhinitis. Systematische Review mit Metaanalysen (Teil A) und klinische Studie (Teil B). urn:nbn:de:hbz:061-20050713-001157-5
Quelle

9. Taverner D, Latte J. Nasal decongestants for the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2007 Jan 24;(1):CD001953. doi: 10.1002/14651858.CD001953.pub3. Update in: Cochrane Database Syst Rev. 2009;(2):CD001953. PMID: 17253470.
Quelle

10. Roth RP, Cantekin EI, Bluestone CD, Welch RM, Cho YW. Nasal decongestant activity of pseudoephedrine. Ann Otol Rhinol Laryngol. 1977 Mar-Apr;86(2 pt. 1):235-42. doi: 10.1177/000348947708600216. PMID: 322570.
Quelle

11. Deckx L, De Sutter AI, Guo L, Mir NA, van Driel ML. Nasal decongestants in monotherapy for the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Oct 17;10(10):CD009612. doi: 10.1002/14651858.CD009612.pub2. PMID: 27748955; PMCID: PMC6461189.
Quelle

12. Küster Inga, Beule Achim Georg. Nicht-allergische Rhinitis: Epidemiologie, Diagnostik und Therapie. December 2015Laryngo-Rhino-Otologie 94(12):847-863 DOI: 10.1055/s-0041-107489
Quelle

13. van den Berg JW, de Nier LM, Kaper NM, Schilder AG, Venekamp RP, Grolman W, van der Heijden GJ. Limited evidence: higher efficacy of nasal saline irrigation over nasal saline spray in chronic rhinosinusitis--an update and reanalysis of the evidence base. Otolaryngol Head Neck Surg. 2014 Jan;150(1):16-21. doi: 10.1177/0194599813510885. Epub 2013 Nov 15. PMID: 24243927.
Quelle

14. Pynnonen MA, Mukerji SS, Kim HM, Adams ME, Terrell JE. Nasal saline for chronic sinonasal symptoms: a randomized controlled trial. Arch Otolaryngol Head Neck Surg. 2007 Nov;133(11):1115-20. doi: 10.1001/archotol.133.11.1115. PMID: 18025315.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Medizinischer Artikel
Stuck B A, Bachert C, Federspil P, Hosemann W, Klimek L, Mösges R, Pfaar O, Rudack C, Sitter H, Wagenmann M, Hörmann K. Leitlinie„Rhinosinusitis“ der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-OhrenHeilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. HNO 2007 · 55:758–776 DOI 10.1007/s00106-007-1589-6 Online publiziert: 7. September 2007
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Peer Review Artikel
Patel Zara M, Hwang Peter H. Patient education: Acute sinusitis (sinus infection) (Beyond the Basics). Sep 2020
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Wissenschaftliche Studie
Ah-See K. Sinusitis (acute). BMJ Clin Evid. 2011 Dec 21;2011:0511. PMID: 22189346; PMCID: PMC3275132.
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Wissenschaftlicher Artikel
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Wissenschaftliche Meta-Studie
Lemiengre MB, van Driel ML, Merenstein D, Liira H, Mäkelä M, De Sutter AIM. Antibiotics for acute rhinosinusitis in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018, Issue 9. Art. No.: CD006089. DOI: 10.1002/14651858.CD006089.pub5
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Medizinische Leitlinie
AMBOSS - Fachwissen für Mediziner. Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
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Beule A, Jobst D , Klimek L, Laudien M, Lell M, Popert U, Stuck B A, Vogl T J. Rhinosinusitis S2k-Leitlinie. AWMF-Register-Nr. 017/049 und 053-012 2017.
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Wissenschaftliche Studie
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Wissenschaftliche Studie
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Wissenschaftliche Studie
Deckx L, De Sutter AI, Guo L, Mir NA, van Driel ML. Nasal decongestants in monotherapy for the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Oct 17;10(10):CD009612. doi: 10.1002/14651858.CD009612.pub2. PMID: 27748955; PMCID: PMC6461189.
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Wissenschaftliche Studie
Küster Inga, Beule Achim Georg. Nicht-allergische Rhinitis: Epidemiologie, Diagnostik und Therapie. December 2015Laryngo-Rhino-Otologie 94(12):847-863 DOI: 10.1055/s-0041-107489
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Wissenschaftliche Meta-Studie
van den Berg JW, de Nier LM, Kaper NM, Schilder AG, Venekamp RP, Grolman W, van der Heijden GJ. Limited evidence: higher efficacy of nasal saline irrigation over nasal saline spray in chronic rhinosinusitis--an update and reanalysis of the evidence base. Otolaryngol Head Neck Surg. 2014 Jan;150(1):16-21. doi: 10.1177/0194599813510885. Epub 2013 Nov 15. PMID: 24243927.
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Wissenschaftliche Studie
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