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Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2020

Du hast Nagelpilz und weißt nicht, wie du diesen behandeln sollst? Du weißt nicht ob du eine Salbe, Tinktur oder auch Tabletten verwenden sollst? Oder überlegst du, den Nagelpilz lieber mit Hausmitteln zu bekämpfen?

Hier findest du alle Antworten auf diese Fragen! Wir informieren dich über Behandlungsmöglichkeiten des Nagelpilzes. Weiterhin versorgen wir dich mit den wichtigsten Informationen, die du zum Nagelpilz wissen solltest.




Das Wichtigste in Kürze

  • Nagelpilz ist eine äußert ansteckende Pilzerkrankung der Nägel. Es wird auch Onychomykose genannt.
  • Nagelpilz lässt sich äußerlich mit Lacken, Tinkturen und Salben behandeln. Eine innerliche Behandlung mit Tabletten ist ebenfalls möglich, dies erfolgt jedoch mit bei starkem Befall.
  • Die Behandlung des Nagelpilzes ist langwierig, dieser gilt erst als geheilt, wenn der Nagel vollständig gesund nachgewachsen ist. Die Behandlung muss aus diesem Grund konsequent durchgezogen werden.

Definition: Was ist Nagelpilz?

Was ist eigentlich Nagelpilz? Nagelpilz ist eine Pilzerkrankung der Nägel, dies wird auch Onychomykose genannt. Hierbei werden die Finger- oder Fußnägel befallen. Verursacht wird die Erkrankung meistens durch Fadenpilze. Jedoch in seltenen Fällen kann die Ursache auch bei Hefe oder Schimmelpilzen liegen.

Durch die Pilzerkrankung verfärbt sich der Nagel leicht gelblich oder auch bräunlich. Weiterhin kann der Nagel brüchig werden oder auch die Form kann sich ändern. Nagelpilz kommt meistens zusammen mit dem Fußpilz.

Oft, sind die Nägel der großen Zehen betroffen. Wenn man den Pilz nicht behandelt, kann dieser sich auf die anderen Nägeln ausbreiten.

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Nagelpilz entsteht meistens durch eine Fußpilzinfektion. (Bildquelle: Pexels / Pixabay)

Nagelpilz lässt sich jedoch gut behandeln. Mittlerweile kann man diesen von außen und innen bekämpfen. Es gibt spezielle Lacke und Tabletten. Es wird jedoch eine äußerliche Behandlung empfohlen, da diese den Pilz direkt angreift. Die Behandlung braucht jedoch Zeit, denn Nagelpilz ist hartnäckig.

Hintergründe: Was du über Nagelpilz wissen solltest

Du nimmst an, dass du Nagelpilz hast? Bevor du dir ein Mittel gegen Nagelpilz kaufst, solltest du dir erstmal die Hintergründe durchlesen, damit du sichergehen kannst, dass es sich hierbei um Nagelpilz handelt.

Wie erkenne ich Nagelpilz?

Für den Nagelpilz gibt es viele Symptome. Es fängt jedoch so an, dass die Nägel den Glanz verlieren. Der Nagelpilz beginnt meistens auch am vorderen Rand des Nagels.

Dies ist der Anfang der Pilzerkrankung. Du solltest es ernst nehmen und schon direkt am Anfang bekämpfen. Schreitet der Pilz weiter, können Schmerzen auftreten und die Behandlung dauert länger.

Mit dem fortschreitenden Pilz treten weitere Symptome auf:

  • Brüchige Nägel und Abspaltung einzelner Schichten
  • weiße Streifen/ Flecken
  • weiß – gelblich-braune Verfärbungen
  • Verdickte Nägel
  • entzündetes Nagelbett

Vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem, sollten sich schnellstmöglich behandeln lassen. Bei Nichtbehandlung kann sich der Pilz auf andere Bereiche ausweiten!

Warum bildet sich Nagelpilz?

Verursacher von Nagelpilzen sind die Pilze. Es gibt drei verschiedene Arten von Pilzen, die für eine Nagelpilzerkrankung verantwortlich sind. Der Fadenpilz ist für insgesamt 80% der Nagelpilze verantwortlich.

In folgender Tabelle findest du die drei Pilze und die Häufigkeit der Ansteckung.

Pilz Häufigkeit der Ansteckung
Fadenpilz überwiegend
Schimmelpilz selten
Hefepilz sehr selten

Die Pilze haben es auf die Hornsubstanz der Haut, Haaren und der Nägel abgesehen. Werden diese minimal verletzt, kann der Pilz sich dort einnisten und verbreiten.

Doch woher kommt der Pilz? Hautpilze gibt es überall, es handelt sich meistens um verpilzte Hautschuppen, die der Mensch verloren hat.

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Vor allem in Schwimmenbädern lauern viele Pilze. (Bildquelle: StockSnap / Pixabay)

Natürlich gibt es auch externe Quellen. Zu diesen zählen Schwimmbäder, Saunen und sogar Schuhgeschäfte. Pilze lieben ein feuchtwarmes Klima, dies finden sie in Schwimmbäder und Saunen. In Schuhgeschäften wurden in anprobierten Schuhen Pilze gefunden.

Wenn du Schuhe anprobierst, achte immer darauf die Probiersöcken zu nutzen, somit kannst du eine Nagelpilzerkrankung meiden!

Auch das Badezimmer gehört zu einem beliebten Ansteckungsort, denn die Feuchtigkeit und die Wärme sind ideal für die Pilze. Wurde bei dir Nagelpilz diagnostiziert, empfehlen wir dir, deine Textilien, alle bei 60 Grad zu waschen!

Wie behandele ich Nagelpilz?

Nagelpilz kann behandelt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Nagelpilz zu behandeln. Meistens richtet dies sich, nach der Schwere der Infektion. Ratsam ist es, ärztlich die Behandlung abzuklären.

In meisten Mitteln ist der Wirkstoff Antimykotika enthalten, dieser sorgt dafür, dass der Pilz abgetötet wird oder versucht den Wachstum des Pilzes zu hemmen.

Zur Behandlung stehen Lacke, Tinkturen, Salben, Tabletten und Kapseln zur Verfügung. Lacke, Tinkturen, Salben werden zur äußerlichen Anwendung genutzt und können angewandt werden, wenn der Pilzbefall, die oberflächlichen Nagelschichten betrifft. Ist der Pilz jedoch fortgeschritten, empfiehlt es sich Tabletten zu nutzen.

Folgende Tabelle stellt nochmal alle Darreichungsformen, Anwendungsdauer und deren Wirkstoffe dar.

Darreichungsform Anwendungsdauer Wirkstoff
Lacke, Tinkturen bis 6 Monate Amorolfin, Ciclopirox
Salben bis zu 3 Monaten Harnstoff, Bifonazol
Tabletten und Kapsel 3 Monate Terbinafin, Itraconazol, Fluconazol

Um das richtige Präparat für dich zu finden, solltest du ärztlich beraten lassen. So bist du auf der sicheren Seite. Weiterhin solltest du bedenken, dass es Zeit braucht, bis der Wirkstoff in die Nagelhaut durchdringt.

Pilze haben die Gabe lange zu überleben, es kann sich hierbei um Wochen, Monate oder auch Jahre handeln. Deswegen solltest du, das Präparat regelmäßig und solange anwenden, bis dein Nagel gesund nachwächst.

Kann ich auch Hausmittel gegen Nagelpilz verwenden?

Viele Menschen wenden Hausmittel gegen die Bekämpfungen des Nagelpilzes an. Diese sind meistens immer im Haus und viel preiswerter, als die Präparate gegen Nagelpilz. Oft werden Hausmittel wie Essig, Heilpflanzen und Teebaumöl verwendet.

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Viele Menschen behandeln ihren Nagelpilz gerne mit Hausmitteln. (Bildquelle: Louis Hansel / Unsplash)

Jedoch gibt es kaum Studien, die belegen, dass Hausmittel gegen die Bekämpfung des Nagelpilzes helfen. Aus diesem Grund empfehlen wir, Hausmittel als Unterstützung, neben der Behandlung mit Präparaten, zu nutzen.

Werden jedoch nur Hausmittel zur Bekämpfung genutzt, ist die Gefahr groß, dass der Pilz sich weiterentwickelt und weitere Nägel oder Teile des Körpers befällt.

Wann sollte ich zum Arzt?

Zunächst kannst du den Nagelpilz selbst behandeln, falls dieser noch im Anfangsstadium ist, mit Anti-Pilz-Mitteln aus der Apotheke. Behandelst du den Pilz jedoch nicht, besteht die Gefahr, dass dieser sich weiter auf die Nägel und auf die Haut ausbreitet.

Wenn du nach 2 Wochen keine Rückbildung merkst, wird es Zeit einen Arzt aufzusuchen. Erst solltest du zu deinem Hausarzt, ist die Infektion weiter fortgeschritten, überweist dich dieser zum Hautarzt.

Weiterhin solltest du direkt einen Arzt aufsuchen, wenn mehrere Nägel oder der ganze Nagel vom Pilz befallen ist. Diabetiker sollten bei Nagelpilz direkt einen Arzt aufsuchen und sich nicht selbst behandeln!

Der Arzt wird eine Probe von dem befallenen Nagel nehmen und dies untersuchen lassen, um andere Krankheiten auszuschließen und um die Pilzart zu bestimmen. Steht die Art fest, wird die Medikation angepasst. Handelt es sich um einen fortgeschrittenen Befall, wird er dir wahrscheinlich Tabletten verschreiben.

Wer ist anfällig für Nagelpilz?

Folgende Gruppen haben ein erhöhtes Risiko eine Nagelpilz Erkrankung einzufangen:

  • Menschen mit einem schwachem Immunsystem: Das Immunsystem ist dafür verantwortlich, Pilze, Viren und Bakterien zu bekämpfen und damit den Körper zu schützen. Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben, schaffen es nicht dagegen anzukämpfen und sind somit anfälliger für Nagelpilz.
  • Menschen mit Krankheiten wie Diabetes oder Schuppenflechten: Krankheiten wie Diabetes und Schuppenflechten, schwächen das Immunsystem und die Haut der Betroffenen. Diese Umstände erleichtern es den Pilzen in die Haut einzudringen.
  • Ältere Menschen: Mit dem Alter wird das Immunsystem schwächer und die Haut trockener, dies ist ideal für Nagelpilze.
  • Sportler: Sportler ziehen sich einige Verletzungen, je nach Sportart zu. Dies ist für die Pilze, die meistens in den Umkleiden lauern, der perfekte Eintrittsort in den Körper des Menschens.

Einige Gruppen sind anfälliger für Nagelpilz als andere. Dies liegt daran, dass der Körper meistens den Pilz nicht gut bekämpfen kann oder auch aufgrund deren Lebensumständen.

Wie lange dauert die Nagelpilz Behandlung?

Die Behandlung ist ein langer Prozess, der viel Geduld abverlangt. Denn der Nagelpilz gilt erst als geheilt, wenn der Nagel gesund nachgewachsen ist. Weiterhin dauert es auch, bis die Wirkstoffe, der Präparate in die verschiedenen Nagelschichten eindringen.

Fingernägelpilze heilen in ca. 6 Monaten, während Fußnagelpilze 12 Monate brauchen, um vollständig zu genesen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Behandlung konsequent und mit viel Geduld durchzuziehen!

Nagelpilz behandeln: Die besten Tipps & Tricks um Nagelpilz zu behandeln

Mit folgenden Tipps und Tricks kannst du gezielt deinen Nagelpilz erfolgreich behandeln. Es ist wichtig, dass du durchhälst und die Geduld nicht verlierst. Weiterhin findest du allgemeine Tipps, um Nagelpilz vorzubeugen!

Nagelpilz mit Hausmitteln behandeln

Hausmittel sind sehr beliebt für die Behandlung von Nagelpilz. Sie sind günstig und meistens schon in jedem Haushalt enthalten. Wir empfehlen dir, den Nagelpilz nicht ausschließlich mit Hausmitteln zu behandeln, sondern als Unterstützung zu nutzen.

Folgende Hausmittel werden oft gegen Nagelpilz verwendet:

  • Apfelessig
  • Teebaumöl
  • Zitronensaft
  • Backpulver

Beachte, dass wissenschaftlich die Wirkung von Hausmitteln gegen Nagelpilz nicht bestätigt wurde!

Im Folgenden werden auf die einzelnen Hausmittel eingegangen.

Apfelessig

Die saure Substanz des Apfelessigs soll den Pilz abtöten. Dazu wird ein Fußbad empfohlen, wobei das Essig mit Wasser vermischt wird. Oder man trägt die Mischung mit einem Wattestäbchen mehrmals täglich auf die betroffene Stelle auf.

Teebaumöl

Teebaumöl wird häufig gegen Nagelpilze genutzt. Es soll den Pilz vom wachsen hindern und abtöten. Weiterhin ist es gut verträglich. Du solltest die betroffene Stelle täglich 3-4x mit Teebaumöl einreiben. Ein Fußbad ist ebenfalls möglich. Beachte jedoch, dass Teebaumöl einen starken Eigengeruch hat.

Zitronensaft

Auch Zitronensaft soll gegen den Nagelpilz helfen. Dazu benötigst du frischen Zitronensaft. Diesen trägst du morgens und abends mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle auf. Die Anwendung sollte über mehrere Wochen erfolgen.

Backpulver

Jeder hat Backpulver im Haus, deswegen ist diese Behandlung sehr weit verbreitet. Das Backpulver soll den Pilz austrocknen und deswegen nach dem Duschen aufgetragen werden. Für die Anwendung solltest du das Backpulver mit Wasser anmischen, bis eine klebrige Flüssigkeit entsteht.

Nagelpilz mit Medikamenten behandeln

Wie bereits erwähnt, kann man den Nagelpilz mit verschiedenen Präparaten behandeln. Viele kannst du ohne Rezept in der Apotheke erwerben. Weiterhin kannst du auch, welche in Drogerien erwerben.

Tabletten jedoch, kannst du nur mit einem Rezept erhalten. Man unterscheidet beim Nagelpilz zwischen einer äußerlichen und innerlichen Behandlung.

Äußerliche Behandlung

Die äußerliche Behandlung des Nagelpilzes wird durch  Lacke, Tinkturen oder Salben durchgeführt. Diese sind in Drogerien, aber auch in Apotheken erhältlich. Wir empfehlen, dir die Mittel in der Apotheke zu kaufen.

Die äußerliche Behandlung wird beim leichten Pilzbefall oder bei Pilzbefall im Anfangsstadium verwendet. Es wird direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen.

Innerliche Behandlung

Wenn der Befall weiter fortgeschritten ist und sehr hartnäckig ist, muss dieser innerlich behandelt werden. Dazu kriegst du Tabletten vom Arzt verschrieben. Diese sind rezeptpflichtig und nicht frei erwerbbar.

Durch die Einnahme der Tabletten wird der Pilz von innen bekämpft. Trotzdem solltest du weiter die Lacke verwenden. Durch die Kombination kann der Nagelpilz ideal bekämpft werden.

Allgemeine Tipps um Nagelpilz vorzubeugen

Meistens entwickelt sich der Nagelpilz vom Fußpilz aus. Deswegen spielt die Fußhygiene eine wichtige Rolle, bei der Vorbeugung von Nagelpilz.

Folgende Tipps solltest du dir zu Herzen nehmen, wenn du Nagelpilz vorbeugen möchtest:

  • Füße immer gut trocknen: Nach jedem Kontakt mit Wasser zum Beispiel duschen, schwimmen oder auch baden, solltest du deine Füße gut abtrocknen.
  • Gute Schuhe tragen: Das Schuhwerk ist auch sehr wichtig, bei der Vorbeugung. Du solltest keine zu kleinen Schuhe tragen, sie sollten luftig und bequem sein.
  • Ein Paar Schuhe nicht oft hintereinander tragen: Damit die Schuhe nach einem Tag gut trocken können, empfehlen wir dir, regelmäßig andere Schuhe anzuziehen.
  • Regelmäßig Socken wechseln: Dies ist sehr wichtig. Achte bei deinen Socken darauf, dass sie einen hohen Baumwollanteil vorweisen.
  • Badeschlappen tragen: Vor allem in Schwimmbädern und Saunen lauern Pilze, deswegen solltest du immer Badeschlappen tragen.
  • Schuhe/ Socken/ Handtücher nicht teilen: Benutze immer deine Sachen für dich, so ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass du dich ansteckst.

Mit diesen Tipps kannst du den Nagelpilz und die langwierige Behandlung meiden oder auch eine Wiederinfektion!

Fazit

Nagelpilz kann man durchaus selbst behandeln. Nachdem du Nagelpilz bei dir festgestellt hast, solltest du nicht mit der Behandlung zögern. Denn der Pilz kann sich schnell weiterentwickeln und auf weitere Nägel übergehen. Auf die Haut kann dieser auch überspringen.

Grundsätzlich bekämpfst du den Pilz äußerlich mit Medikamenten, ist der Nagelpilz jedoch stark fortgeschritten, muss eine innerliche Behandlung zusätzlich erfolgen. Dazu werden dir Tabletten vom Arzt verschrieben. Bis der Nagelpilz vollständig verschwindet, kann es viel Zeit in Anspruch nehmen. Deswegen musst du geduldig bleiben und die Behandlung konsequent durchziehen.

Bildquelle: 123rf / 88674830

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